Hoeneß über Watzke und BVB: «Mehr als 50 Prozent verkauft»

29.06.2022 In der Diskussion der beiden großen deutschen Fußball-Vereine um die Abschaffung der 50+1-Regel hat Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß Dortmunds Clubchef Hans-Joachim Watzke als großen Bremser bezeichnet. «Herr Watzke ist ja bekannt dafür, dass er das klug macht», sagte Hoeneß am Rande des Zukunftskongresses «Neuland» am Mittwoch in Aachen und ergänzte mit Blick auf den börsennotierten BVB: «Borussia Dortmund hat ja nicht mehr viel zu verkaufen, weil sie wesentlich mehr als 50 Prozent längst verkauft haben.»

Uli Hoeneß (l), Ehrenpräsident des FC Bayern München, und Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG, sprechen nehmen beim Zukunftskongress "#neuland" an einer Diskussion zum Thema "die Wichtigkeit des Sports für unsere Gesellschaft" teil. © Roberto Pfeil/dpa

Hoeneß hatte für die Abschaffung der Regelung plädiert, die die Übernahme der Mehrheitsanteile des Vereins durch Sponsoren verhindert. Watzke hatte daraufhin versichert, dass es «in Deutschland unter meiner Verantwortung als DFL-Aufsichtsratschef in den nächsten Jahren keine Änderung geben wird. Das ist hundertprozentig sicher.» Zudem sagte er der «Bild am Sonntag»: «Das Faszinierende an Uli Hoeneß’ Argumentation ist, dass er anderen Vereinen etwas vorschlägt, den FC Bayern dann aber explizit ausnimmt.»

Genau das betonte Hoeneß am Mittwoch erneut. «Ich wurde ja von Herrn Watzke etwas kritisiert, dass ich als Bayern-München-Vertreter nichts davon hätte. Aber ich denke an die ganze Liga», sagte er: «Es geht nicht um den FC Bayern oder Borussia Dortmund, sondern um viele kleinere Vereine, die bei der Refinanzierung von Transfers oder Infrastruktur mehr Möglichkeiten hätten, wenn man diese Klausel beenden würde.»

Er denke dabei zum Beispiel an Eintracht Frankfurt, Werder Bremen oder Borussia Mönchengladbach, die «mit vernünftigen Investoren viel mehr Möglichkeiten im internationalen Vergleich hätten. Wir beim FC Bayern würden das gar nicht benutzen, weil wir eine Regelung mit unseren Mitgliedern haben, dass wir nicht mehr als 30 Prozent ohne ihre Zustimmung verkaufen dürfen.»

© dpa

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