Regensburg siegt dank «Matchglück»: Sorgenfalten trotz 2:0

2:0 im ersten Spiel, glückliche Fans, eine feiernde Mannschaft - auf dem Papier ist der Start für Jahn Regensburg geglückt. Doch beim Darmstadt-Sieg täuschte der Faktor Glück über viele Missstände hinweg. Trainer Selimbegovic ist alles andere als begeistert.
Andreas Albers von Regensburg (r) jubelt mit seinen Teamkollegen nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Darmstadt. © Armin Weigel/dpa

Mit rotem Kopf und sichtbaren Sorgenfalten saß Mersad Selimbegovic nach dem Zweitliga-Auftakt bei der Pressekonferenz. «Gott sei Dank hat das heute funktioniert», sagte der Trainer des SSV Jahn Regensburg am Samstagnachmittag. Kurz zuvor hatten die Oberpfälzer 2:0 (1:0) gegen den SV Darmstadt 98 gewonnen, dabei aber über lange Strecken keine gute Figur abgeben. «Du brauchst dieses Matchglück. Das hatten wir heute auf unserer Seite – definitiv», fasste der 40-Jährige das Spiel zusammen.

Schon nach 16 Sekunden lagen die Regensburger im heimischen Jahnstadion vorn. Darmstadt konnte nach dem Anpfiff den Ball nicht kontrolliert hinten rausspielen, Regensburg-Neuzugang Prince Owusu behauptete den Ball, sah den außen anlaufenden Nicklas Shipnoski, der mit einer flachen Hereingabe quer durch den Strafraum mustergültig Rückkehrer Joshua Mees bediente – der Außenstürmer musste nur noch einschieben.

Eine Viertelstunde brauchten die Darmstädter, um ins Spiel zu kommen. Dann übernahmen die Gäste zusehends das Spiel, ohne jedoch hochkarätige Chancen herauszuspielen. Erst Marvin Mehlem (29.) sorgte nach einem Patzer von Steve Breitkreuz für erste echte Gefahr. Kurz darauf folgte der Schock für Darmstadt: Nach Foul von Patric Pfeiffer (37.) sah der 22-Jährige früh die Gelb-Rote Karte.

Doch gerade jetzt, wo der Jahn seine Überzahl ausspielen konnte, entstanden die Probleme. Mit einem Mann mehr sei es «nicht einfach», sagte Selimbegovic. Seine Mannschaft hatte mit fehlender Zuordnung, Passivität und großen Lücken im Umschaltspiel zu kämpfen.

Torsten Lieberknecht stellte seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit auf ein 4-3-2 um und sorgte so für immer mehr Ballbesitz – und auch Torchancen. Doch Magnus Warming (52.), Matthias Bader (56.) und Frank Ronstadt (58.) vergaben.

Im Gegenzug entschied eine schnelle Aktion das Spiel: Benedikt Saller überbrückte mit einem langen Ball das Zentrum, Andreas Albers (67.) setzte sich im zweiten Versuch gegen Keeper Marcel Schuhen durch und traf zum 2:0. Danach hätten Owusu (74.) und erneut Albers (76.) noch erhöhen müssen.

Selimbegovic konnte sich so nur über das Ergebnis, nicht aber über die Spielweise freuen. Besonders die fehlenden Automatismen im neu zusammengestellten Kader machen ihm Sorgen. «Ich hoffe, dass das nicht zu lange dauert», sagte der Jahn-Trainer. Wenn doch, könnte es eine schwere Saison für die Oberpfälzer werden.

© dpa
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