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Wirtz rettet Bayers Super-Serie: Alonso muss laut werden

In einem packenden Duell kommt Spitzenreiter Leverkusen erst in der zweiten Halbzeit auf Touren. Ein Nationalspieler rettet die Super-Serie.
VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen
Stuttgarts Dan-Axel Zagadou (l) in Aktion gegen Leverkusens Patrik Schick (r). © Tom Weller/dpa

Xabi Alonso legte den Arm um die Schulter seines Supertechnikers Florian Wirtz. Der spanische Erfolgscoach wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte, dass die Super-Serie von Bayer Leverkusen nach einer lauten Halbzeitansprache weiter hält. Der rechtzeitig genesene Nationalspieler rettete dem Spitzenreiter aus dem Rheinland am Sonntag das 1:1 (0:1) beim Überraschungsteam VfB Stuttgart, wenngleich die Werkself den Patzer des FC Bayern nicht vollends ausnutzten konnte. Dank einer stärkeren zweiten Hälfte kam der ungeschlagene Tabellenführer am Sonntag beim VfB zu einem 1:1 (0:1). Chris Führich hatte vor 54.500 Zuschauern die anfangs besseren Schwaben in Führung gebracht (40.).

«Ein bisschen lauter» musste Alonso in der Halbzeit werden, räumte der Spanier bei DAZN ein: «Die erste Halbzeit war nicht gut. Das Beste an der Halbzeit war das Ergebnis, nur 1:0. Es war eine gute Besprechung in der Halbzeit. Die Reaktion war klar. Die zweite Halbzeit war total anders. Wir haben eine andere Mannschaft gesehen.» Bayers Nationalspieler Jonas Hofmann meinte, dass Alonsos Weckruf «angebracht» war.

Mit dem wettbewerbsübergreifend 22. Spiel ohne Niederlage in Serie baute die Bayer-Elf den Abstand auf den FC Bayern an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga auf vier Zähler aus, die Münchner haben allerdings eine Partie weniger absolviert. «Einen Punkt hier mitzunehmen, kann hinten raus Gold wert sein. Du hältst Stuttgart auf Distanz, du bleibst vor den Bayern», so Hofmann.

Der Überraschungsdritte Stuttgart verpasste nach einer glänzenden ersten Hälfte eine noch bessere Einstimmung auf die Auswärtsaufgabe beim FC Bayern am kommenden Sonntag. «Zieht den Bayern die Lederhosen aus», gaben die VfB-Fans dem Team mit auf den Weg nach München. «Es ist ein besonderes Spiel, nicht nur, weil wir ihnen auf den Fersen sind, sondern weil ich eine Vergangenheit in München und eine gewisse Verbundenheit habe», sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß, der sein Team lobte: «Die Jungs haben gefightet wie die Löwen.»

Leverkusens Jungstar Florian Wirtz hatte sich nach seinen Sprunggelenkproblemen vom DFB-Pokalerfolg gegen den SC Paderborn rechtzeitig fit gemeldet und konnte von Beginn an spielen. Nationalmannschaftskollege Jonas Hofmann zählte erstmals in dieser Bundesliga-Saison nicht zur Anfangsformation und kam erst nach einer guten Stunde für den für ihn gestarteten Amine Adli in die Partie. In der Hoffnung auf eine ähnlich starke Vorstellung des VfB wie am Mittwochabend im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (2:0) vertraute VfB-Trainer Hoeneß auf die gleiche Startelf.

Und die Hoffnung der Gastgeber erfüllte sich. Von Beginn an entwickelte sich ein rasantes, unterhaltsames Spitzenduell, in dem der die Schwaben den Tabellenführer aus dem Rheinland stark unter Druck setzten und mutigen Fußball boten. Früh erspielten sich die Stuttgarter etliche hochkarätige Chancen.

Zunächst prüfte Chris Führich Bayer-Keeper Lukas Hradecky (2.). Dann geriet die Bayer-Abwehr nach einem Freistoß von Serhou Guirassy in größte Not und musste die Abschlüsse von Deniz Undav und Josha Vagnoman zweimal auf der Linie klären (6.). Nach den vorherigen beiden Partien mit seiner Doppelspitze Guirassy und Undav hatte VfB-Coach Hoeneß als leichte Kritikpunkte angemahnt, dass die Chancenverwertung besser sein könnte. Das stimmte auch diesmal. Beim nächsten Abschluss von Undav war Hradecky gerade noch zur Stelle (17.), auch Guirassy hätte das 1:0 machen können, als er ziemlich allein vor Hradecky auftauchte (25.).

Die Führung fiel dann verdient und war schön herausgespielt: Vagnoman setzte sich auf der rechten Seite gegen Alejandro Grimaldo durch, Stuttgarts Neu-Nationalspieler Führich staubte ab. Auch Bayer hatte in Hälfte eins seine Möglichkeiten, aber nicht so viele wie die Schwaben. Adli scheiterte am Pfosten (8.), Victor Boniface nach einem Abspielfehler der VfB-Defensive an Keeper Alexander Nübel (24.).

Nach dem Seitenwechsel änderte sich dann das Bild. Die Gäste kamen besser und mit einem größeren Selbstverständnis aus der Kabine. Nach Vorlage von Victor Boniface jubelte Wirtz schnell über den Ausgleich. Nur kurz darauf hatten die Leverkusener Pech, das Spiel nicht bereits gedreht zu haben, als Granit Xhakas Distanzschuss an den Pfosten knallte. Die Stuttgarter kamen nicht mehr wie in Hälfte eins dazu, den Leverkusenern ihr Offensivspiel aufzudrängen. Kurz vor Schluss setzte Leverkusens Jonathan Tah einen Schuss knapp neben das Tor (87.).

© dpa ⁄ Kristina Puck, dpa
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