Geiger springt auf Rang drei und nähert sich Topform

Karl Geiger kommt näher an seine Topform heran. Er beschert den deutschen Skispringern den ersten Podestrang der Saison. Ein guter Kumpel des Oberstdorfers sucht noch nach dem richtigen Gefühl.
Der Deutsche Karl Geiger fährt durch die Auslaufzone der Hochfirstschanze. © Philipp von Ditfurth/dpa

Karl Geiger lachte gelöst und scherzte bei der Siegerehrung mit dem slowenischen Gewinner Anze Lanisek. Rechtzeitig vor der heißen Phase des Weltcup-Winters kommt Deutschlands Vorzeigeskispringer wieder besser in Form. Gut zweieinhalb Wochen vor dem Start der Vierschanzentournee in seiner Heimat Oberstdorf jubelte Geiger im verschneiten Titisee-Neustadt über Rang drei und damit den ersten Podestplatz für einen deutschen Springer in dieser Saison. Nach seinem Sprung auf 141,5 Meter im zweiten Durchgang brüllte er am Freitag seine ganze Freude nach schwierigen Wochen heraus.

«Unglaublich», sagte Geiger. «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es schon fürs Podium reicht.» Der Allgäuer ergänze: «Die Sprünge werden immer besser.» Er sei «überglücklich», dass er es aufs Podest geschafft habe.

«Mit dem Podest habe ich nicht gerechnet», sagte auch Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. «Wir sind sehr zufrieden. Wir haben mehr als unser Ziel erreicht.» Nach den Plätzen 34, 17, 6, und 33 bei den ersten beiden Weltcup-Stationen soll der starke Auftritt im Schwarzwald der Start in wieder erfolgreichere Zeiten sein. «Karl hat sich wieder hingearbeitet. Er hat den letzten Sprung richtig gut getroffen», sagte Horngacher. Geiger musste sich nur Lanisek und dem zweitplatzierten Dawid Kubacki geschlagen geben. Der Pole liegt im Gesamtweltcup weiter an der Spitze.

Um konstant wieder um Siege mitzuspringen, fehlt bei Geiger zwar noch etwas, seine gelöste Stimmung zeigt jedoch: Der 29-Jährige merkt auch selbst, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. «Die Richtung ist klar, was ich zu tun habe», sagte er. Gerade im psychologisch anspruchsvollen Skispringen hat das Vertrauen in die eigene Stärke eine große Bedeutung. Schon nach seinem ersten Sprung auf 135 Meter reckte Geiger fröhlich den Daumen nach oben.

Sein Kumpel Markus Eisenbichler sucht dagegen noch nach seiner Top-Verfassung. Mit Sprüngen auf 127,5 sowie 128,5 Meter und Rang 21 blieb der Bayer erneut deutlich unter seinen Möglichkeiten. «Das Gefühl ist noch nicht da», sagte der 31-Jährige. Und kündigte an: «Ich werde Schritt für Schritt weitermachen.»

Weitere Sprünge im Schwarzwald und den Weltcup in Engelberg am Wochenende vor Weihnachten hat er noch, um mit besseren Leistungen Selbstvertrauen für die Vierschanzentournee zu sammeln. Die Hoffnung in Bezug auf den ersten großen Saisonhöhepunkt gibt Eisenbichler noch nicht auf: «Mein Ziel ist wirklich die Tournee, dass ich da topfit und wieder mit dem Gefühl dastehe.»

Als zweitbester Deutscher wurde Constantin Schmid am Freitag Siebter. Stephan Leyhe auf Rang 15 und Pius Paschke auf dem 22. Platz erhielten ebenfalls noch Weltcup-Punkte. Andreas Wellinger gelang das nicht. Der Olympiasieger von 2018 schied nach einem Sprung auf 121,5 Meter bereits nach dem ersten Durchgang aus. Wellinger war am Vortag im Training gestürzt und hatte sich leicht am Sprunggelenk verletzt. «Das hat ihn sehr gehemmt», sagte Horngacher.

An diesem Samstag geht es für die Springer mit dem ersten Mixed-Team-Wettkampf der Saison weiter (11.45 Uhr/Eurosport, teilweise ZDF).

© dpa
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