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Weißer Ring: Opfer brauchen sofort eine Anlaufstelle

Opfer stehen im Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach schneller Therapie und der Sorge, dadurch die Glaubwürdigkeit ihrer Aussage im Strafverfahren zu gefährden. Häufig verzichten sie deshalb auf Hilfe.
Opferhilfe-Organisation Weißer Ring
Eine Frau spendet in Berlin der Hilfsorganisation Weißer Ring einen Euro. © Miguel Villagran/dpa

Manche Verteidiger und Gerichte befürchten nach Auskunft des Weißen Rings, dass die Glaubhaftigkeit der Aussage leidet, sobald das Opfer sich in eine Therapie begibt. «Gerade in Situationen, wo Aussage gegen Aussage steht, gibt es die Befürchtung, dass das Opfer aufgrund der Therapie in seinen Erinnerungen getrübt sein könnte», sagte der Landespräventionsbeauftragte der Opferhilfeorganisation, Günther Bubenitschek. Opfer schreckten deswegen häufig vor einer Therapie zurück.

Es sei aber elementar wichtig, dass Betroffene sofort nach der Tat Unterstützung bekämen, sagt Bubenitschek. «Wenn sich ein Trauma verfestigt, ist es sehr schwierig, darüber hinwegzukommen. Der Weiße Ring setzt sich dafür ein, dass den Betroffenen sofort und unmittelbar geholfen wird.»

Das Thema Strafverfahren und psychotherapeutische Aufarbeitung bei Opfern von Straftaten steht unter anderem im Mittelpunkt des landesweiten Tags des Opferschutzes an diesem Montag. Dazu treffen sich 250 Experten aus den Bereichen Justiz, Polizei, Sozialarbeit, Seelsorge, Aussagepsychologie und Psychotherapie in Stuttgart.

Laut dem Opferbeauftragten der Landesregierung, Alexander Schwarz, könnte beispielsweise geprüft werden, ob eine frühzeitige richterliche Videovernehmung möglich ist. «Eine frühe Aussage, die auf Video festgehalten sei, könne den Nachweis der Aussagekonstanz gewährleisten und den Therapiebeginn erleichtern», sagte Schwarz.

Eine Expertenkommission des Bundes aus den Bereichen Strafrecht, Forensik und Psychologie/Traumatherapie untersucht derzeit Auswirkungen verschiedener therapeutischer Methoden auf die Glaubwürdigkeit der Verletzten und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die Justizministerkonferenz hatte sich kürzlich einem Vorstoß aus Baden-Württemberg angeschlossen. Dies sei ein weiterer Schritt in Richtung einer gerechteren und effektiveren Unterstützung für Opfer von schweren Straftaten, sagte Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU).

Bubenitschek hofft auf einen Konsens, indem beispielsweise die Beratungen standardisiert werden. «Das könnte das Ergebnis der Auseinandersetzungen sein, die gerade geführt werden.» Nicht jeder müsse sofort in eine Therapie. In der Rhein-Neckar-Region gebe es die Beratungsstelle BeKo. Betroffene könnten sich in dieser Anlaufstelle nach belastenden Ereignissen - wie Unfällen, Todesfällen und allen Formen von Kriminalität - melden. Dort würden sie beraten, was als nächstes folgen solle. Dies könnte eine Therapie oder der Besuch einer Traumaambulanz sein.

© dpa
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