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War's das? Der G9-Initiative fehlen Tausende Unterschriften

Seit Jahren gibt es im Südwesten Forderungen nach einer allgemeinen Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Eltern wollen die Politik per Initiative dazu zwingen und haben nach wie vor Hoffnung. Aber die Hürden könnten zu hoch sein, wie sich nun zeigt.
Elterninitiative will «Turbo-Abi» abschaffen
Schüler und Schülerinnen sitzen während der Deutsch-Abitursprüfung in der Sporthalle des Albert-Einstein-Gymnasiums vor ihren Prüfungsaufgaben. © Felix Kästle/dpa/Archivbild

Bis Mitte November hat die Elterninitiative für die Rückkehr zu einem flächendeckenden neunjährigen Gymnasium noch Zeit, um ausreichend Unterschriften zu sammeln für ihren Volksantrag. Aber die Zeit läuft und es fehlen noch etwas mehr als 40 Prozent der notwendigen Unterschriften. Der Rücklauf an Formblättern habe nach Bekanntwerden des Halbzeitstandes erheblich nachgelassen, sagte Anja Plesch-Krubner, eine der beiden Initiatorinnen, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen zugeben, uns verschätzt zu haben. Wir dachten, das würde leichter werden und sind nun schon erschrocken.»

Derzeit fehlten noch 16.000 der erforderlichen 39.000 Unterschriften, die bis Anfang November gesammelt, bestätigt und eingereicht werden müssen, sagte Plesch-Krubner. «Es ist klar, dass wir damit unserem Soll nach drei Viertel der Sammelzeit hinterherhinken», ergänzte sie. «Das ist beunruhigend.»

Die Elterninitiative sammelt Unterschriften für einen Volksantrag für die Rückkehr zum Abitur erst nach 13 Jahren. Sie will, dass das Abitur wieder generell nach neun Jahren abgelegt wird. Um die Schüler international wettbewerbsfähiger zu machen, wurde die Zeit bis zum Abitur einst auf zwölf Jahre verkürzt (G8).

Damit über den Gesetzentwurf im Plenum beraten wird, braucht die Elterninitiative innerhalb eines Jahres die Unterschriften von 0,5 Prozent aller Wahlberechtigten. In Baden-Württemberg wären das rund 39 000 Unterschriften. Ist das noch zu schaffen? «Natürlich können wir das Quorum weiterhin erreichen, aber dafür braucht es einen echten Ruck. Wir haben zumindest die Hoffnung» sagte Plesch-Krubner. «Und wir sind nach wie vor überzeugt, dass ein großer Teil der 7,8 Millionen Wahlberechtigten unterschreiben würde, wenn man ihnen die Möglichkeit böte.» Nun sei es wichtig, «Unterschriften abzuklauben», nach den Ferien auf Elternabenden zu werben und weitere Kontakte zu nutzen.

Aus Sicht der Initiatorinnen kann aber gerade dies schwierig werden. «Die Unterstützer haben ihr Umfeld abgegrast, nun müssen wir neue Anhängerinnen und Anhänger gewinnen.» Plesch-Krubner schätzt zudem, dass viele wegen des Bürgerforums den Eindruck haben, «das Ding sei durch und in trockenen Tüchern». Dies sei aber nicht der Fall, betonte sie. «Das Bürgerforum ist kein Ersatz.» Zudem habe sich gezeigt, dass der Weg zum Volksantrag für Einzelne «ein sehr holpriger, unsäglich komplizierter» sei.

Die FDP gab der Initiative am Dienstag Rückendeckung. «Wenn der richtige und wichtige Volksantrag scheitert, reichen wir Freie Demokraten den G9-Gesetzentwurf der Elterninitiative ein», sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Timm Kern.

Derzeit ist in Baden-Württemberg das achtjährige Gymnasium Standard. G9 gibt es in Baden-Württemberg nur noch als Modellprojekt an 44 staatlichen Schulen und an einigen Privatschulen.

Für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wären nach Angaben des Kultusministeriums rund 1400 Stellen für Lehrkräfte zusätzlich nötig. Die Schulträger, also die Städte und Gemeinden, warnen zudem vor den Investitionen, die eine Rückkehr zu G9 auslösen würde. Die Landesregierung hatte sich aber Mitte Juni erstmals offen für eine Rückkehr zu G9 gezeigt und ein Bürgerforum angekündigt. Dabei sollen zufällig ausgewählte Bürger ab Herbst über die Zukunft des Gymnasiums debattieren und der Politik am Ende Empfehlungen geben. Dutzende Verbände und Interessengruppen waren im Vorfeld bislang beteiligt, darunter Schüler, Eltern, Lehrer und Rektoren - aber auch Kirchen, Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Landtagsfraktionen.

© dpa
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