Berlin Volleys: «Haben befreit aufgespielt»

Der deutsche Meister gewinnt auch den Bounce House Cup. Der Finalsieg gegen Friedrichshafen: Überzeugend. Die Netzhoppers erreichen Platz drei.
Cedric Enard, Trainer der Berlin Volleys, streckt einen Zeigefinger nach oben. © Andreas Gora/dpa/Archivbild

Als neuer Kapitän der Berlin Volleys hatte Angel Trinidad gleich eine ehrenvolle Aufgabe. Der spanische Volleyball-Nationalspieler nahm am späten Sonntagabend für seine Mannschaft eine gelaserte Holzscheibe als Trophäe für den Gewinn des Bounce House Cups entgegen. In Hildesheim hatte sich der deutsche Meister im Endspiel des dreitägigen Turniers gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen souverän mit 3:0 (25:15, 25:23, 25:22) behauptet. Unter den acht teilnehmenden Bundesligisten belegten die Netzhoppers KW-Bestensee überraschend Platz drei.

«Für uns ist das ein schöner Abschluss der Saisonvorbereitung», sagte Volleys-Trainer Cedric Enard. Nach den Abgängen von herausragenden Spielern wie Sergej Grankin und Benjamin Patch war ein solcher Erfolg der Berliner nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Trotz sechs Neuzugängen im Kader funktionierte das Teamwork beim deutschen Meister mit einem überragenden Marek Sotola an der Spitze aber teilweise schon sehr ordentlich.

«Uns tat es offenbar gut, dass wir mal nicht als haushoher Favorit galten. Vielleicht konnten wir deshalb so befreit aufspielen», sagte Außenangreifer Ruben Schott zum Endspiel-Auftritt. Aber auch die beiden vorherigen Siege während des Turniers gegen Haching am Freitag (3:0) und Lüneburg am Samstag (3:1) verführen die Volleys nicht zum Hochmut. «Es gibt noch viele Sachen, die wir besser machen können», sagte Schott.

Am Sonntag starten die BR Volleys beim TSV Haching München in die neue Saison. Eine Woche später gastiert Friedrichshafen zum erneuten Kräftemessen in Berlin, dann geht es um Bundesliga-Punkte. «Wir starten mit einem sehr positiven Gefühl in die Liga», sagte Enard.

In gehobener Stimmung traten auch die Netzhoppers die Heimfahrt aus Hildesheim an. «Wir haben gezeigt, dass wir auch gute Mannschaften schlagen können», sagte Routinier Dirk Westphal. Mit 3:1 (16:25, 35:33, 25:23, 25:18) hatten die Brandenburger am Sonntag das Spiel um Platz drei gegen Lüneburg gewonnen. 48 Stunden zuvor hatten sie Düren bezwungen (3:1) und sich auch am Samstag beim 1:3 im Halbfinale gegen Friedrichshafen achtbar aus der Affäre gezogen.

Nach seiner langwierigen Schulterverletzung zählte der 36 Jahre alte Westphal dank starker Leistungen zu den auffälligsten Akteuren des Turniers. Auch Angreifer Theo Timmermann wurde seiner Rolle als Führungsspieler einmal mehr gerecht. Westphal weiß aber auch: «Unser täglich Brot ist die Bundesliga. Da müssen wir uns beweisen.» Am Samstag beginnt für die Brandenburger daheim gegen die Grizzlys Giesen der Liga-Alltag.

© dpa
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