Spritpreise sinken im Südwesten teilweise stark

Die Energiesteuersenkung hat am Mittwoch auch bei vielen baden-württembergischen Tankstellen für niedrigere Spritpreise gesorgt. Super-Benzin gab es am Morgen für 1,80 bis 2,22 Euro, etwa 27 Cent weniger als am Dienstag. Da lag der Preis im Land zwischen 2,07 und 2,36 Euro, wie der Südwestrundfunk in Stuttgart unter Berufung auf eine eigene Datenanalyse berichtete.
Eine Zapfpistole steckt an einer Tankstelle in einem Auto. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Nach Angaben des ADAC kostete am Mittwochmorgen E10 im bundesweiten Schnitt 1,88 Euro und Diesel 1,94 Euro je Liter. Daten für den Südwesten erhob der Automobilclub nicht. Ein Sprecher sagte in Stuttgart, dennoch sei die Senkung der Energiesteuer nach vorläufigem Stand noch nicht in vollem Umfang bei den Tankstellen angekommen. «Das Preisniveau ist ungeachtet der Steuersenkung als klar überhöht zu bezeichnen.» Der ADAC sehe nach wie vor Potenzial für weitere deutliche Preissenkungen.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bekräftigte seine Kritik an dem Tankrabatt. «Spätestens seit dem Ukraine-Krieg ist deutlich: Wir müssen weniger Erdöl verbrauchen. Mit dem Tankrabatt sollen zwar die kriegsbedingten Kostensteigerungen abgemildert werden, aber die Spritpreise bleiben dennoch hoch.» Der Rabatt werde offenbar auch von Ölkonzernen und Tankstellen genutzt. Um Menschen mit niedrigen Einkommen zu entlasten, seien andere Instrumente wesentlich besser geeignet. «Ein Mobilitätsgeld oder die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro stärken das Einkommen vor allem von Menschen, die wenig Budget für den Lebensunterhalt haben.»

Wenig Betrieb herrschte an Südwest-Tankstellen nahe der Grenze. Bei einer Tankstelle in Kehl unweit der Grenze hieß es jedoch, am Morgen habe es viele Kunden aus Frankreich gegeben. Ein Kunde aus Straßburg berichtete, dass beispielsweise Super E10-Kraftstoff deutlich preiswerter sei als auf der anderen Seite der Grenze.

Vor der Steuersenkung hatten viele Experten erwartet, dass die Spritpreise am Mittwoch nicht abrupt fallen. Grund dafür ist, dass die gesenkte Steuer nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern ab Tanklager beziehungsweise Raffinerie anfällt. Das bedeutet, dass alle vor Mitternacht gelieferten Vorräte der Tankstellen noch mit dem normalen höheren Steuersatz belastet sind.

Dass die Mehrheit der Tankstellen dennoch bereits am Morgen die Preise kräftig senkte, könnte eine Folge der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und des damit einhergehenden Wettbewerbsdrucks sein.

© dpa
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