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Vatikan prüft mögliches Disziplinarverfahren gegen Zollitsch

Ein Bericht über sexuellen Missbrauch erschütterte das Freiburger Erzbistum. Alterzbischof Zollitsch wurden massive Versäumnisse vorgeworfen. In Rom ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Erzbischof Robert Zollitsch
Der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. © Patrick Seeger/dpa/Archivbild

Im Vatikan wird überprüft, ob gegen den Freiburger Alterzbischof Robert Zollitsch ein mögliches Disziplinarverfahren eröffnet wird. Das bestätigte Zollitsch' Sprecher Marco Mansdörfer der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Dem Alterzbischof und Ex-Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz war in einem Expertenbericht über sexuellen Missbrauch durch Geistliche vorgeworfen worden, Fälle früher nicht nach Rom gemeldet zu haben. Zuvor berichtete die «Zeit»-Beilage «Christ & Welt».

Bei der verantwortlichen Vatikan-Behörde laufe ein Vorverfahren, sagte der Sprecher. Es gehe darum, «ob überhaupt ein Disziplinarverfahren gegen Dr. Zollitsch eröffnet werden muss». Die Frage laute vor allem, ob vier zeitlich weit zurückliegende Fälle hätten gemeldet werden müssen. «Alterzbischof Dr. Zollitsch kommt seinen Mitwirkungspflichten bei dem Vorverfahren selbstverständlich nach und ist im Übrigen wie alle anderen Beteiligten zum Stillschweigen verpflichtet», sagte Mansdörfer.

Die im April veröffentlichte Studie unabhängiger Experten rechnet mit der Ära von Zollitsch ab, der bis 2013 in dem großen Erzbistum an der Macht gewesen war. Die Vorwürfe der Vertuschung wogen besonders schwer - der Geistliche leitete von Februar 2008 bis März 2014 die Deutsche Bischofskonferenz und war damit Gesicht und Stimme der katholischen Kirche in Deutschland gewesen.

Bei kirchenrechtlichen Verfahren können auch Sanktionen drohen, wie Kreise der katholischen Kirche bereits im Frühjahr berichteten. Bei Verfahren dieser Art im Vatikan sei es beispielsweise möglich, dass am Ende Zahlungen für soziale oder karitative Zwecke angeordnet werden. Prozeduren vor dem Dikasterium (Behörde) für die Glaubenslehre können demnach auch andere Folgen nach sich ziehen - wie beispielsweise das Verbot, Würdenzeichen des Bischofsamts zu tragen. Auch könne untersagt werden, «priesterliche Dienste in der Öffentlichkeit» zu leisten.

Nach dem Expertenbericht wurde es still um den 85-jährigen Zollitsch, der keine Ämter mehr hat und zu den Vorwürfen in dem Report geschwiegen hatte. Der Alterzbischof gab allerdings sein Bundesverdienstkreuz und andere hohe Auszeichnungen zurück. Die Bistumsleitung beschloss zudem, die Porträts von Zollitsch und dessen verstorbenem Amtsvorgänger Oskar Saier im Bischofssitz abzuhängen.

Im früheren Erzbistum von Zollitisch liegen keine Informationen zu der Untersuchung vor, wie ein Sprecher auf Anfrage in Freiburg berichtete. «Der Fall liegt in Rom.» Erzbischof Stephan Burger machte bereits im April deutlich, dass über mögliche kirchenrechtliche Konsequenzen für Zollitsch der Heilige Stuhl entscheiden müsse. Mit rund 1,7 Millionen Katholiken gehört das Erzbistum zu den größten der 27 Diözesen in Deutschland.

© dpa
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