Anwaltsteam für «Querdenken»-Gründer Ballweg

01.07.2022 Wegen der Vorwürfe Betrug und Geldwäsche sitzt «Querdenken»-Initiator Ballweg in U-Haft. Nun formiert sich ein Team von Rechtsanwälten, die ihm helfen wollen. Dabei geht es nicht nur um den prominenten Kopf der Bewegung selbst.

Michael Ballweg, Initiator der Initiative «Querdenken». © Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Der inhaftierte Gründer der «Querdenken»-Bewegung, Michael Ballweg, bekommt Unterstützung von einem ganzen Team an Rechtsanwälten. Gut ein Dutzend Juristen dürfte es am Ende sein, sagte Anwalt Alexander Christ am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Betrugs und Geldwäsche gegen den 47-jährigen Ballweg. Dieser sitzt seit Mittwoch wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Die hohe Zahl an Anwälten ist laut Christ vor allem darauf zurückzuführen, dass «wir zumindest Ansätze einer politischen Komponente sehen». Ballweg sei eine Figur, «die den Stein ins Rollen gebracht hat», sagte Christ. «Das ist schon auffällig.»

Die Anwälte in dem Verteidigerteam sollen den Angaben zufolge unterschiedliche Aufgaben übernehmen, Christ etwa ist für die Medienarbeit zuständig. Mehrere Strafverteidiger sollen die Vorwürfe prüfen und «gucken, wie groß die politische Komponente ist».

Andere Kollegen sollten sich darum kümmern, dass zum Beispiel zu erwartende Solidaritätsaktionen «abgestimmt und im passenden Rahmen» ablaufen. Ballweg sei am meisten geholfen, wenn man Unterstützung zeige. «Wir wollen keine unkontrollierten Aktionen», sagte Christ. Hinweise, dass es so etwas geben könnte, habe er aber keine.

Die «Querdenken»-Bewegung hat sich im Zuge der Corona-Pandemie von Stuttgart aus in vielen deutschen Städten formiert. Die Anhänger demonstrieren immer wieder öffentlich gegen die politischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Dabei gab es auch Angriffe auf Polizisten und Medienvertreter. Der Verfassungsschutz beobachtet die Bewegung.

Bei den Vorwürfen gegen Ballweg geht es nach bisherigen Ermittlungen um einen «höheren sechsstelligen Betrag». Nach Angaben aus Justizkreisen besteht der Verdacht des Betruges in Höhe von rund 640 000 Euro, der Geldwäsche in Höhe von rund 430 000 Euro.

Die Anwälte hätten noch keine Akteneinsicht, sagte Christ. «Es soll bislang nur eine kleine Dokumentation geben.» Aus dem Umfang lasse sich aber erstmal nichts ableiten. Wichtig sei den Verteidigern jetzt, einen regelmäßigen Kontakt zu Ballweg in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim zu etablieren.

© dpa

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