Umfrage: Wenig Zustimmung zu Boris Palmers Auszeit im Juni

Boris Palmer stand vor einem Monat erneut im Zentrum eines Skandals - mit einem Judenstern-Vergleich und dem «N-Wort» sorgte Tübingens Oberbürgermeister für einen Eklat. Er trat danach bei den Grünen aus und will nun eine Auszeit nehmen. Vielen Menschen reicht das nicht.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bei einer Veranstaltung. © Jan-Philipp Strobel/dpa

Nur neun Prozent der Bundesbürger halten einer Yougov-Umfrage zufolge die einmonatige Auszeit von Boris Palmer für die richtige Reaktion auf den Eklat um den Oberbürgermeister von Tübingen. Knapp ein Drittel der Befragten hätte dagegen einen endgültigen Rückzug Palmers aus der Politik für die richtige Entscheidung gehalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

Knapp ein Fünftel der Befragten fände es richtig, wenn Palmer seine Ämter ohne Unterbrechung fortführen würde. Dagegen sprachen sich knapp zehn Prozent der Befragten für eine längere Auszeit aus. 26 Prozent gaben an, den jüngsten Eklat gar nicht zu kennen.

Der heute 51-Jährige hatte Ende April am Rande einer Migrationskonferenz in Frankfurt am Main eine verbale Auseinandersetzung mit einer Protestgruppe über seine Verwendung des «N-Wortes». Die Protestierenden konfrontierten ihn mit «Nazis raus»-Rufen. Daraufhin sagte Palmer: «Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi.» Mit dem «N-Wort» wird heute eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben.

Auch Weggefährten hatten Palmer wegen seiner Wortwahl scharf kritisiert. Nach der Eskalation war er am 1. Mai bei den Grünen ausgetreten und hatte angekündigt, sein Amt im Juni für eine einmonatige Auszeit ruhen lassen zu wollen. Davor hatte seine Mitgliedschaft in der Partei wegen eines anderen Skandals geruht.

© dpa
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