Kraniche ziehen mit Zwischenstopp im Südwesten ins Warme

Kranich sind größer als Weißstörche, ihr Gefieder ist überwiegend in einem hellen Blaugrau. In Baden-Württemberg sieht man die Vögel eher selten. Doch gerade dieser Tage lohnt es sich auch hierzulande, tagsüber die Augen und nachts die Ohren aufzuhalten.
Kraniche (Grus grus) fliegen am Himmel. © Frank Hammerschmidt/dpa

Auf ihrem Weg in wärmere Gefilde machen Kraniche dieser Tage Halt in Baden-Württemberg. Die zweite Oktoberhälfte bis Anfang November sei die typische Zeit, sagte Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg, der Deutschen Presse-Agentur. Es lohne sich, tagsüber auf die in Keilformation ziehenden großen grauen Vögel mit rund zwei Metern Flügelspannweite zu achten. Auch nachts seien die Tiere unterwegs - ihre trompetenden Rufe seien weithin hörbar.

Auf dem Weg von Skandinavien in ihre Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa und Nordafrika überquerten die Vögel Deutschland auf zwei Hauptrouten. Die südlichere führe von der Ostsee über Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz nach Frankreich. «Eigentlich sieht man die Tiere dann nur im Norden Baden-Württembergs, in der Region Mannheim», sagte Bosch. Doch in diesem Jahr seien in den vergangenen zwei Wochen schon gut drei Dutzend Beobachtungen kleinerer Kranichtrupps in allen Landesteilen gesichtet worden. «Das ist etwas außergewöhnlich.»

Mögliche Gründe könnten Nahrungsknappheit oder das Wetter sein. Bei Gegenwind machten Kraniche eine Pause oder suchten auch mal eine andere Route. Wegen schlechter Wetterlage hätten sich zuletzt Tiere vor dem Abflug in Mecklenburg-Vorpommern tagelang gestaut.

In Deutschland brüten nach Angaben von Bosch etwa 8000 Paare - vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in Bruchwäldern und Mooren. Das sei ein großer Erfolg, sagte er. 1972 habe es gerade einmal 17 Brutpaare in Deutschland gegeben. Danach hätten Menschen Kraniche weniger verfolgt und Moore wieder verwässert. Der Kranich (Grus grus) gilt daher aktuell hierzulande als nicht gefährdet.

Die oft mehr als einen Meter großen Vögel fressen zwar auch mal kleine Insekten und Würmer, wie Bosch sagte. «Sie sind aber eher vegetarisch unterwegs.» So plünderten sie das, was auf den Äckern nach der Ernte noch übrig ist wie Getreide- oder Kartoffelreste.

© dpa
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