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Tausende wegen Klimastreiks im Südwesten auf den Straßen

Die vergangenen acht Jahre waren die acht wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Tempo und Ehrgeiz beim Klimaschutz sind nötig, findet die Bewegung Fridays for Future. Am Freitag wurden zu neuen Protesten im Südwesten Zehntausende erwartet.
«Letzte Generation»
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen während einem Protestmarsch der Klimaschutzgruppe «Letzte Generation» vor dem Hauptbahnhof. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Mit Dutzenden angekündigten Demonstrationen in Baden-Württemberg und bundesweit mehr als 200 Aktionen hat die Klimaschutzbewegung Fridays for Future erneut versucht, die Politik zu einem schnelleren Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu drängen. Geplant waren Veranstaltungen an insgesamt mindestens 45 Orten im Südwesten. Eine der größten Kundgebungen gab es in Freiburg, dort kamen laut Polizei rund 4000 Menschen zusammen. Ein Sprecher von Fridays for Future hatte im Vorfeld von erwarteten 8000 Menschen gesprochen. Auch in Stuttgart sollten aus Sicht der Bewegung Tausende dem Aufruf zum Protest folgen.

Der globale Aktionstag steht unter dem Motto #EndFossilFuels - gefordert wird also das zügige Aus für die fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas. Weltweit sind von Freitag bis Sonntag Hunderte weitere Demonstrationen und Protestaktionen geplant, zu denen die Veranstalter Millionen Menschen erwarten. Laut dem Climate Action Network richtet sich die «historische Mobilisierung» auch an einen Klima-Gipfel am 20. September in New York (Climate Ambition Summit), zu dem UN-Generalsekretär António Guterres eingeladen hat. Hinter den globalen Protesten am Wochenende stehen den Angaben zufolge 780 Organisationen - darunter Greenpeace, Extinction Rebellion und Friends of the Earth.

In Deutschland verlangt die Bewegung die Einführung eines Klimagelds und die Verschärfung des Klimaschutzgesetzes. Das sogenannte Klimageld ist im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP festgeschrieben. Es soll steigende Preise für den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen sozial ausgleichen. Das geltende Klimaschutzgesetz sieht vor, die klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Zurzeit beträgt die Minderung laut Umweltbundesamt rund 41 Prozent.

Trotz aller Klimaschutz-Versprechungen der vergangenen Jahre haben die weltweiten Emissionen nach Zahlen der Internationalen Energie-Agentur 2022 zudem einen neuen Höchststand erreicht. Schon jetzt hat sich die Welt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um etwa 1,1 Grad erwärmt, Deutschland sogar um 1,6 Grad. Die acht wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren die vergangenen acht.

Es ist der inzwischen 13. globale «Schulstreik fürs Klima». Die Bewegung wurde vor fünf Jahren von der Schwedin Greta Thunberg ins Rollen gebracht.

Die Einstellung der Deutschen zu Klima- und Umweltfragen hat Fridays for Future einer Umfrage von Infratest Dimap zufolge bisher aber nicht grundlegend ändern können. Für drei Viertel der Deutschen (75 Prozent) hatten die Demonstrationen wenig (35 Prozent) oder sogar gar keinen Einfluss (40 Prozent) auf ihre persönliche Einstellung zu Klima- und Umweltfragen, wie aus dem «Deutschlandtrend» im ARD-«Morgenmagazin» hervorgeht. Nur 23 Prozent fühlen sich von der Bewegung stark (19 Prozent) oder sehr stark (4 Prozent) beeinflusst. Dennoch findet eine Mehrheit der Deutschen laut einer anderen Umfrage Demonstrationen für den Klimaschutz gut. In dem am Freitag veröffentlichten neuen ZDF-Politbarometer unterstützten 65 Prozent die Klimademonstrationen, 29 Prozent finden sie hingegen nicht gut.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 12. bis 14. September 1201 Wahlberechtigte in Deutschland. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Zudem wurden für den von Infratest Dimap am 12./13. September 1222 Wahlberechtigte befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2 (bei einem Anteilswert von 10 Prozent) bis 3 (bei einem Anteilswert von 50 Prozent) Prozentpunkten.

© dpa
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