SAP: Suche für den Vorsitz im Aufsichtsrat geht weiter

18.05.2022 Hasso Plattner muss weiter nach einem Nachfolger für seinen Vorsitz im Aufsichtsrat bei SAP suchen. Eine konkrete Lösung hat sich laut Plattner aus gesundheitlichen Gründen zerschlagen. Das SAP-Urgestein hofft auf eine interne Lösung.

Hasso Plattner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAP SE. © Uwe Anspach/dpa

Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende des Softwarekonzerns SAP, Hasso Plattner, ist am Mittwoch erneut in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewählt worden. Plattner wurde für zwei Jahre gewählt, es soll seine letzte Amtszeit sein. Der Mitgründer des Unternehmens will erneut für den Vorsitz im Aufsichtsrat kandidieren.

Auf der virtuellen Hauptversammlung entfielen rund 90,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf den 78-Jährigen, der bereits seit 2003 den Aufsichtsratsvorsitz innehat. Im Vorfeld hatten Aktionärsvertreter die Planung für die Nachfolge des Vorsitzenden kritisiert und angekündigt, gegen Plattner zu stimmen.

Plattner, der seit der Gründung des Unternehmens mit Sitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) vor 50 Jahren im Konzern mitmischt, sagte vor der Wahl in Richtung der Aktionäre, er habe die Kritik wahrgenommen. «Meine Position als Aufsichtsratsvorsitzender in die richtigen Hände zu geben ist für mich eine sehr wichtige und auch emotionale Aufgabe, an der ich schon seit einiger Zeit arbeite», sagte Plattner.

Leider habe sich eine Nachfolgemöglichkeit, die der Aufsichtsrat konkret ins Auge gefasst haben soll, aus gesundheitlichen Gründen zerschlagen. «Daher arbeiten wir jetzt an einer neuen Lösung», sagte Plattner. Er hoffe, dass man ein Mitglied des Aufsichtsrats für diese Aufgabe gewinnen könne und nicht jemanden von Außen holen müsse.

Konzernchef Christian Klein betonte in seiner Rede das starke Wachstum bei den Anwendungen in der Cloud, auf die er seine Strategie ausgelegt hat. Bislang hatte SAP vor allem mit dem Verkauf von Lizenzen für Software Geld verdient.

2022 sei für die eigene Transformation ein entscheidendes Jahr. «Wir haben unser Geschäftsmodell umgestellt. Weg von einer Einmalzahlung hin zu wiederkehrenden Erlösen», sagte Klein. Das bremse zunächst den Gesamtumsatz. Gleichzeitige Investitionen führten zu einem stagnierenden bis leicht rückläufigen Betriebsgewinn. «Das haben wir immer gesagt. Danach kommt der Rückenwind», sagte Klein. Das Unternehmen sei genau da, wo es sein müsse, um seine Ziele zu erreichen.

Die Aktionärinnen und Aktionäre stimmten einer Dividende in Höhe von 2,45 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie zu, worin anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums eine Sonderdividende in Höhe von 50 Cent enthalten ist. Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat wurden für das Geschäftsjahr 2021 entlastet. Erneut in den Aufsichtsrat wurden Rouven Westphal und Gunnar Wiedenfels gewählt. Neu in den Aufsichtsrat wurde Jennifer Xin-Zhe Li gewählt.

© dpa

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