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Schwerstverletzte bei Unwetter: CSD-Parade abgebrochen

Kaum ist der Sommer zurück in Baden-Württemberg, gewittert es schon wieder. Drei Menschen schweben nach einem Blitzeinschlag in Lebensgefahr. Manche wurden beim Feiern und Demonstrieren klitschnass.
Warndreieck
Ein Warndreieck steht in der Nähe einer Unfallstelle. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Unwetter sind am Samstag über Baden-Württemberg hinweggezogen und haben örtlich für Probleme gesorgt. Beim Einschlag eines Blitzes in einen Baum in Unterensingen (Landkreis Esslingen) wurden nach Polizeiangaben drei Menschen lebensgefährlich verletzt. Sie saßen bisherigen Erkenntnissen zufolge am Samstagnachmittag an einer Biertischgarnitur unter dem Baum, wie die Polizei am Abend mitteilte.

Es handelt sich um einen 35-jährigen Mann, eine 43-jährige Frau und einen 11-jährigen Jungen. Sie wurden von Ersthelfern und später von Rettungskräften medizinisch versorgt und dann in Kliniken gebracht. Eine weitere 40-jährige Frau erlitt bei dem Vorfall in der Gemeinde Unterensingen ebenfalls Verletzungen, die jedoch nicht lebensgefährlich sind, wie es hieß.

In Mannheim brachen die Veranstalter die Parade zum Christopher Street Day (CSD) eine Stunde früher als geplant ab. Es habe gewittert samt Blitz und Donner, erklärte Dennis Sommer von der Demoleitung. «Da geht die Sicherheit vor.» Tausende Menschen waren betroffen.

Ebenfalls aus Mannheim berichtete die Feuerwehr am frühen Nachmittag von einem brennenden Dachstuhl in einem zweigeschossigen Wohngebäude infolge eines Blitzeinschlags. Menschen seien nicht verletzt worden. Die Höhe des Sachschadens war den Angaben nach zunächst unklar.

Ein Blitz schlug auch in Lahr (Ortenaukreis) in einen Kamin ein, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Mehrere Ziegel seien herabgefallen, einer habe ein dort abgestelltes Auto getroffen. Eine Sprecherin des Präsidiums Ludwigsburg berichtete von einigen umgestürzten Bäumen im Zuständigkeitsbereich und Wasser in Kellern. In der Region Heilbronn warnte die Polizei vor der Gefahr von Aquaplaning auf der Autobahn 6.

In Sulzfeld (Landkreis Karlsruhe) brannte laut einem Polizeisprecher das Dach einer Firmenhalle, auf dem auch eine Photovoltaikanlage sei. Zunächst war unklar, ob auch hier ein Blitz den Brand verursacht hatte oder ein technischer Defekt der Auslöser war. Verletzt worden sei niemand, der Schaden betrage wohl mehrere Zehntausend Euro.

Die Menschen im Südwesten müssen sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis in die Nacht zum Sonntag hinein auf Unwetter einstellen. Örtlich seien Gewitter mit Starkregen bis 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagel mit rund drei Zentimeter großen Körnern und stürmische Böen möglich, erklärten die Fachleute.

Mit südwestlicher Strömung gelange die nächsten Tage schwüle, zu Gewittern neigende Luft nach Baden-Württemberg, hieß es. Auch Sonntag könne es gewittern mit ähnlichen Begleiterscheinungen wie am Samstag.

© dpa
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