Ginter und Schlotterbeck: Heiße Wiedersehen

Zwei Verteidiger stehen zum Auftakt des zweiten Spieltags besonders im Fokus. Matthias Ginter in Freiburg und Nico Schlotterbeck in Dortmund haben einen starken Saisonstart hingelegt. Am Freitag sieht SC-Trainer Streich auf seinen Heimkehrer aber viel Arbeit zukommen.
Freiburgs Trainer Christian Streich steht vor dem Spiel im Stadion. © Tom Weller/dpa/Archivbild

Matthias Ginter begann zu strahlen. «Ich freue mich wahnsinnig darauf», sagte der Verteidiger des SC Freiburg mit Blick auf seine Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion der Badener. Unter Flutlicht und vor vollen Rängen geht es zum Auftakt des zweiten Spieltags der Fußball-Bundesliga an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen seinen Ex-Verein, den Vizemeister Borussia Dortmund. Ein Duell mit Gänsehaut-Garantie. Nicht nur für Ginter. Auch für den früheren Freiburger und jetzigen Dortmunder Nico Schlotterbeck. Der ist schon von Haus aus ein emotionaler Typ. Und steht Freitag genauso im Fokus.

«Er macht einen hervorragenden Eindruck im Training», sagte SC-Coach Christian Streich am Donnerstag über Ginter, der nach insgesamt acht Jahren beim BVB und bei Borussia Mönchengladbach diesen Sommer zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist. «Total klar» und «fokussiert» trete der 28-Jährige auf, so Streich. Er habe «eine gute Abstrahlung» auf seine Mitspieler. Nach dem Abgang von Nationalmannschaftskollege Schlotterbeck ist Ginter der neue Fixpunkt in der Freiburger Abwehr.

«Außergewöhnlich und wahrscheinlich auch besser, als ich es mir hätte vorstellen können» sei das Bundesliga-Comeback im SC-Trikot gelaufen, sagte Ginter. Beim überraschend deutlichen 4:0 der Breisgauer in Augsburg vergangenes Wochenende hatte er im defensiven Zentrum direkt die Chefrolle übernommen und sogar ein Tor erzielt. Er fühle sich fast schon, als wäre er «nie wirklich woanders» gewesen, so Ginter.

«Er hat ein wirklich gutes Spiel gemacht», sagte Streich über den Rückkehrer. «Jetzt wird er nochmal andere Gegenspieler kriegen, nochmal anderes Tempo - bei allem Respekt vor Augsburg», warnte der Coach aber auch mit Blick auf den BVB. Der hat in Person des als Ersatz für den lange ausfallenden Sébastien Haller (Hodentumor) geholten Anthony Modeste nochmal «enorme Wucht» dazugewonnen, wie Streich es formulierte. Insgesamt sei Dortmund offensiv gefährlich.

Defensiv steht bei den Borussen nach den ersten zwei Pflichtspielen der Saison die Null - auch ein Verdienst des aus Freiburg gekommenen Schlotterbeck. Wer den 22-Jährigen beim 1:0-Arbeitssieg gegen Bayer Leverkusen vergangenen Samstag beobachtete, kann erahnen, wie sehr er dem Duell mit seinem Ex-Club nun entgegenfiebert. «Seine Art und Weise wie er in die Zweikämpfe geht, das ist genau das, was die Leute hier lieben», sagte BVB-Trainer Edin Terzic über Schlotterbeck, der in Abwesenheit des nach wie vor angeschlagen fehlenden Niklas Süle gegen die Werkself ein bemerkenswertes Heim-Debüt im Dortmunder Stadion hingelegt und die Fans mehrfach zum Anfeuern animiert hatte.

Schlotterbeck sei «ein Spielertyp, der auch von der Emotion lebt», betonte Terzic. Von denen hatte der BVB zuletzt nicht allzu viele. «Das ist einer der Gründe, warum er sich für den Wechsel zu uns entschieden hat», so Dortmunds Coach. «Und das ist auch einer Gründe, warum wir uns für ihn entschieden haben.» Und womöglich auch ein wichtiger Faktor, die Chancen im Titelrennen diese Saison zu erhöhen.

© dpa
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