Waffenhersteller Heckler & Koch macht mehr Gewinn als zuvor

Weniger Schulden, mehr Gewinn: Das Geschäft läuft rund bei der Schwarzwälder Waffenschmiede Heckler & Koch. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges sind die Auftragsbücher voll.
Das Logo des Waffenherstellers Heckler und Koch. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Die Waffenschmiede Heckler & Koch wirtschaftet deutlich profitabler als zuvor. In den ersten neun Monaten schnellte der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 29,1 Millionen Euro in die Höhe, wie die Firma am Donnerstag in Oberndorf mitteilte. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 226 Millionen Euro. Unter anderem Lieferungen von Sturmgewehren nach Litauen, Lettland, Norwegen und in die USA ließen die Kasse klingeln. «Die operative Fähigkeit unserer Firma kommt nun voll zur Geltung», sagte Firmenchef Jens Bodo Koch. Man sei für die Deckung der steigenden Nachfrage in Folge des Ukraine-Kriegs gut aufgestellt.

Ein Teil des starken Gewinnzuwachses liegt an Währungseffekten: Der Dollar, den H&K in den USA für den Verkauf von Sturmgewehren an das Militär und Pistolen für Privatleute einnimmt, ist in der Euro-Bilanz der Schwarzwälder Firma wegen dessen Kursanstiegs mehr wert.

Noch vor einigen Jahren war Heckler & Koch wirtschaftlich angeschlagen, ein harter Sanierungskurs führte zwischenzeitlich zu unbezahlter Extra-Arbeit der Belegschaft. Der Schuldenberg war bedrohlich hoch. Inzwischen hat sich die Lage aber deutlich verbessert. Die Finanzverbindlichkeiten lagen Ende September bei 103,4 Millionen Euro und damit rund 60 Millionen Euro niedriger als ein Jahr zuvor.

Ein Gesellschafterdarlehen konnte in ein sogenanntes Hybridkapital umgewandelt werden und gilt nun bilanziell als Eigenkapital. Hatte das Unternehmen im Herbst 2021 noch ein negatives Eigenkapital von 85,3 Millionen Euro, so hat H&K inzwischen ein Eigenkapital von plus 40,9 Millionen Euro. Dadurch hat die Rüstungsfirma nicht mehr so einen schweren Stand gegenüber Banken. «Es ist uns gelungen, erstmals seit 15 Jahren wieder normale Bankbeziehungen aufzunehmen», sagte Finanzchef Björn Krönert.

Für 2023 rechnet das Management mit weiter steigenden Umsätzen, allerdings auch mit sinkenden Gewinnen. «Einmaleffekte wie der starke Dollar wird es dann nicht mehr geben, außerdem werden sich die höheren Energiekosten bei uns und bei Lieferanten niederschlagen», sagt Firmenchef Koch. Heckler & Koch hat 1105 Beschäftigte und damit 36 mehr als im Herbst 2021.

Nach einem langwierigen Gerichtsverfahren des Konkurrenten Haenel gegen den Bund hat das Schwarzwälder Unternehmen inzwischen einen Großauftrag der Bundeswehr über 120.000 Sturmgewehre so gut wie sicher - vor Gericht verlor der Thüringer Wettbewerber in allen Instanzen, wodurch der Weg frei ist für den prestigeträchtigen Großauftrag. Manager Koch äußerte sich optimistisch. «Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr eine Entscheidung des deutschen Parlaments haben werden.»

Heckler & Koch ist der größte deutsche Hersteller von sogenannten Kleinwaffen - damit gemeint sind Waffen, die man alleine tragen kann, also Sturmgewehre, Maschinengewehre, Pistolen und Granatwerfer. Zu den Konkurrenten gehören neben C. G. Haenel aus Thüringen etwa Beretta aus Italien, Sig Sauer aus den USA, FN Herstal aus Belgien und das tschechische Unternehmen CZG, das 2021 die US-Firma Colt übernahm.

© dpa
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