Gemischte Bremer Gefühle nach Arena-Debüt

Vor mehr als 20.000 Zuschauern feiern die Fußballerinnen von Werder Bremen einen rauschhaften Fußballnachmittag bei ihrer Erstaufführung im Weserstadion. Der Nachteil: Das Ergebnis stimmt nicht.
Werders Michaela Brandenburg (l) kämpft gegen Freiburgs Judith Steinert um den Ball. © Carmen Jaspersen/dpa

Die Fußballerinnen von Werder Bremen waren nach dem 1:2 (1:1) gegen den SC Freiburg bei der Premiere im Weserstadion hin- und hergerissen. Einerseits liefen die Hanseatinnen das erste Mal bei einem Fußball-Bundesligaspiel im Stadion der Männer auf und schrammten mit 20.417 Zuschauern knapp am Liga-Bestwert vorbei. Andererseits ärgerten sie sich über den Ausgang der Partie, der aus Sicht der Gastgeberinnen nicht unbedingt verdient war.

«Das Ergebnis passt nicht an so einen Tag. Das ist für uns nicht zufriedenstellend, wir haben die Tore zu einfach bekommen», sagte Kapitänin Lina Hausicke. «Wir verlieren durch zwei Treffer aus dem Nichts. Das ist sehr bitter», fügte die Mittelfeldspielerin hinzu.

Die Hanseatinnen waren weitestgehend ebenbürtig, und ein Remis wäre verdient gewesen. Trotz der starken Unterstützung von der aktiven Fanszene auf den Rängen verpasste der Vorletzte einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf und steckt mit zwei Punkten nach acht Partien weiter tief im unteren Tabellenbereich fest.

Aber so richtig wollte nach dem Spiel niemand auf die Tabelle schauen, zu groß war die Freude über die halb gefüllte Arena. «Vor so einer Kulisse zu spielen, das war richtig geil», sagte Torschützin Nina Lührßen. Neben dem ersten Ligaspiel in der Arena, die sonst fast ausschließlich von den Männern genutzt wird, stellten die Hanseatinnen einen Zuschauer-Clubrekord auf. Der Liga-Bestwert war zum Auftakt der laufenden Spielzeit mit 23.200 Fans bei der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München erreicht worden. Kapitänin Hausicke zeigte sich dankbar und hoffte, dass mit solchen Spielen «junge Mädels» für den Frauenfußball begeistert werden können.

Viele Familien kamen mit ihren Kindern und sie sahen ein Traumtor: Mit einem wunderschönen Treffer in den rechten Winkel infolge eines direkt verwandelten Freistoßes (26. Minute) erzielte Außenverteidigerin Lührßen die Führung. Während die Grün-Weißen sich die lautstarke Unterstützung des Publikums nicht anmerken ließen, wirkten die Gäste aus dem Südwesten zunächst etwas eingeschüchtert von der Kulisse. «Die Freiburger waren ein bisschen beeindruckt von den Zuschauern», vermutete Lührßen.

Die Nervosität schüttelten die Breisgauerinnen dann aber ab: In einer Drangphase der Freiburgerinnen kurz vor dem Halbzeitpfiff glich Janina Minge (43.) dank eines sehenswerten Distanzschusses aus. Die Mittelfeldspielerin machte mit ihrem zweiten Treffer (77.) den Sieg der Gäste perfekt.

© dpa
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