Geplantes Rammstein-Silvesterkonzert löst Bedenken aus

Ihre Shows sind spektakulär, zahlreiche Jugendliche im Ausland haben mit ihren Texten Deutsch gelernt: Rammstein. Nun will die Band ein gigantisches Konzert in München geben - ausgerechnet an Silvester, mitten in der Stadt. Doch die Behörden haben davor noch viele Fragen.
Rammstein Frontsänger Till Lindemann (r) bei einem Auftritt. © Malte Krudewig/dpa

Rammstein will an Silvester in München ein Mega-Konzert mit 145.000 Zuschauern geben - doch ob die international gefragte Band dafür grünes Licht bekommt, ist fraglich. Zwar dürfte der Stadtrat am Mittwoch der Vergabe der Theresienwiese grundsätzlich zustimmen. Doch das für die Genehmigung zuständige Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat ebenso noch gravierende Bedenken wie Polizei und andere Beteiligte.

«Der Veranstalter erwartet zirka 145.000 Zuschauer zu dem Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese», heißt es in der Sitzungsvorlage des Referats für Arbeit und Wirtschaft. Das Amt befürwortet die Großveranstaltung: Die Show werde «erhebliche Aufmerksamkeit für die Tourismusdestination München weit über die Grenzen der Stadt hinaus generieren» und neben der üblichen Umsatzsteigerung für Hotellerie und Gastronomie «weltweit vor allem auch als Werbeträger für München als Kultur- und Tourismusstandort funktionieren».

Das KVR als genehmigende Behörde hat hingegen mehr die Organisation und vor allem die Sicherheit im Blick. «Das ist eine Großveranstaltung, die in der Art noch nicht auf der Theresienwiese stattgefunden hat», betonte KVR-Sprecher Tobias Kapfelsberger. Da gäbe es von der Zusammenarbeit mit den in der Silvesternacht ohnehin stark belasteten Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr über Konzepte für Ordner, Flucht- und Rettungswege bis hin zur An- und Abreise mit Pkw und Bahn viel zu klären. Zumal auf dem Gelände zeitgleich auch noch das traditionelle Wintertollwood stattfindet.

Üblicherweise hätten solche erstmals an einem Ort ausgetragenen Massen-Events einen Vorlauf von bis zu einem Jahr, erläuterte Kapfelsberger. Dass auf der Theresienwiese normalerweise jährlich das Oktoberfest stattfindet, ändere daran aufgrund der ganz anderen Umstände nichts. Und gerade nach den tödlichen Vorfällen auf der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 prüften die Sicherheitsbehörden die Konzepte noch genauer. «Jetzt sind es noch 4,5 Monate bis dahin - das wird auf jeden Fall eng», betonte Kapfelsberger.

Deshalb werde es wohl erst relativ kurzfristig klar sein, ob das Konzert im geplanten Rahmen genehmigt werde oder nicht. «Aber es gibt ja nicht immer nur Ja oder Nein, es kann ja auch ein Dazwischen geben.» Wie viel Vorlauf Rammstein zwischen Genehmigung und Konzert bräuchte und ob gegebenenfalls auch ein kleinerer Rahmen oder ein anderer Tag in Frage kämen, war vom Veranstalter Leutgeb Entertainment Group zunächst nicht zu erfahren.

© dpa
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