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«Macht was mit dem Kopf»: Leipzig siegt und ärgert sich

Souverän, aber unnötig knapp. Nach dem Sieg gegen Heidenheim sind die Profis von RB Leipzig nicht durchweg glücklich.
Xaver Schlager
Leipzigs Xaver Schlager am Ball. © Jan Woitas/dpa

Xaver Schlager hatte nach einiger Überlegungszeit endlich den passenden Vergleich gefunden. «Das ist so, als ob man ständig lernt und trotzdem mit einer fünf nach Hause kommt. Das fühlt sich einfach nicht gut an», sagte der Mittelfeldspieler von RB Leipzig. Was den Österreicher am Samstag nach dem 2:1 gegen den 1. FC Heidenheim so fuchste, war das überflüssige Gegentor durch Benedikt Gimber in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Durch Loïs Openda (29./Foulelfmeter) und Yussuf Poulsen (44.) hatte sich Leipzig mit einer dominanten Leistung einen hochverdienten Vorsprung heraus gespielt. Dann verlor die Abwehr bei einem Eckball die Übersicht - und das Spiel wurde unnötig spannend. «Es ist kein gutes Gefühl, wenn du merkst, der Gegner spielt nicht gut, hat eine Chance und der Ball ist drin», sagte Schlager. «Das macht was mit dem Kopf.»

Letztlich hatte Leipzig tatsächlich Glück, dass Gimber tief in der Nachspielzeit die große Chance zu seinem zweiten Tor zu überhastet abschloss und den Ball in den kalten Abendhimmel jagte. So blieb Leipzig vor 44.887 Fans in seiner Bundesliga-Geschichte gegen Aufsteiger ungeschlagen.

Aus den ersten Duellen der beiden Teams in der Drittliga-Saison 2013/14 war nur Leipzigs Poulsen übrig geblieben. Der Fokus der Leipziger lag jedoch auf einem anderen Akteur. Unterschiedsspieler Xavi Simons drohte nach seinem Sturz auf die Schulter beim 2:3 bei Manchester City auszufallen, meldete sich aber rechtzeitig fit.

Angetrieben vom niederländischen Nationalspieler dominierte Leipzig zunächst das Spiel, war auf eine frühe Führung aus. Heidenheims Trainer Frank Schmidt versuchte, den Druck mit einer defensiveren Formation aufzufangen. Der US-Nationalspieler Lennard Maloney rückte vom defensiven Mittelfeld in die Zentrale der Fünferkette zurück.

Davon ließ sich Leipzig allerdings nicht stören. Schon nach zwei Minuten hatte Openda, der in Manchester doppelt getroffen hatte, die Führung auf dem Fuß. Der belgische Nationalstürmer schoss jedoch aus sechs Metern über das Tor. Drei Minuten später rettete FCH-Torwart Kevin Müller mit einer tollen Parade gegen Poulsen. Der Däne wirkte nach seinem Tor beim 1:2 in Wolfsburg befreit, hier fehlte noch die Präzision im Abschluss.

Und Heidenheim? Hatte plötzlich die große Chance zur Führung. Marvin Pieringer (14.) tauchte völlig frei vor dem Leipziger Tor auf, setzte seinen Kopfball aber unbedrängt knapp neben das Tor. Dann half Heidenheim mit. Norman Theuerkauf holte Openda im Strafraum von den Beinen, der 23-Jährige verwandelte den Strafstoß sicher.

Im Anschluss verflachte das Spiel etwas, ehe es kurz vor der Halbzeit richtig unübersichtlich wurde. David Raum setzte sich auf dem linken Flügel stark durch, bediente Poulsen - und der hatte diesmal mehr Glück. Durch Müllers Beine trudelte sein Versuch ins Tor. Vorentscheidung, dachte man. Doch nach einer Ecke in der Nachspielzeit war Gimber zur Stelle und verkürzte völlig unerwartet.

Das brachte Leipzig allerdings nicht aus dem Konzept. Christoph Baumgartner (47.) wollte mit einem Lupfer über Müller den alten Abstand wieder herstellen. Der Keeper hielt zwar, doch der Ball landete vor den Füßen Poulsens. Diesmal war der Däne vor dem leeren Tor zu unentschlossen und vertändelte. RB drängte auf das dritte Tor, doch es fehlte wie beim Schuss von Xaver Schlager (55.) ans Außennetz die Präzision.

Da das Spiel zunehmend verflachte, brachte RB-Trainer Marco Rose in Emil Forsberg und Benjamin Sesko zwei neue Impulse von der Bank. Forsberg bediente in seiner ersten Aktion Openda (78.), der aber aus spitzem Winkel am Pfosten scheiterte.

© dpa ⁄ Tom Bachmann, dpa
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