Land wappnet sich gegen Wassermangel und Extremwetter

Es ist heiß im Südwesten, und es wird immer heißer. Wetterextreme bergen Gefahren für Mensch und Natur. Das Land will deshalb vorsorgen - und die Pegel genau im Blick behalten.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. © Tom Weller/dpa

Dürre und Hochwasser werden zu einer immer größeren Gefahr für Mensch und Natur im Südwesten. Zu diesem Schluss kommt die Landesregierung - und will sich künftig besser gegen die Folgen des Klimawandels wappnen. «Wir erleben einen Hitzerekord nach dem anderen», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Er sprach von einer dramatischen Lage vor allem in Südeuropa. Aber: «Auch bei uns führen viele Bäche und Flüsse schon wieder Niedrigwasser, was Mitte Juli wirklich nicht normal ist.» 70 Prozent der Pegel lägen derzeit unter dem niedrigsten Wasserstand in einem durchschnittlichen Jahr.

Man müsse deshalb besser vorbereitet sein, sagte Kretschmann. Sein Kabinett verabschiedete am Dienstag eine neue Strategie gegen Wassermangel und eine Weiterentwicklung der Hochwasserstrategie. «Das Wetter eskaliert», sagte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Die Schadenserwartung durch Unwetterkatastrophen sei von 0,4 auf 1,4 Milliarden Euro im Jahr gestiegen. Walker kündigte ein dichteres Netzwerk an Wassestandsmessungen an - auch für kleinere Gewässer.

Ein Niedrigwasser-Informationszentrum soll Daten über Wasservorräte sammeln und bessere Prognosen liefern. Das Land müsse im Zweifel Maßnahmen ergreifen, das nicht mehr alle Wasser aus den Gewässern entnehmen dürften, sagte Walker. Zudem sollen die Kommunen dazu aufgefordert werden, auch für Starkregen verstärkt Vorsorge zu treffen. Für die Umsetzung der Strategien hat Walkers Ministerium mehr Stellen für den kommenden Doppelhaushalt 2023/2024 angemeldet.

Der Naturschutzbund Nabu begrüßte die geplante Gründung des Niedrigwasser-Informationszentrums - und rief gleichzeitig die Bürger im Südwesten zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. «Leitungswasser ist in Baden-Württemberg bestes Trinkwasser, wird aber auch zum Rasensprengen, Befüllen von Pools, Blumengießen, Autowaschen, Wäschewaschen, Klospülen und für vieles mehr benutzt», teilte Nabu-Landeschef Johannes Enssle mit. Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person und Tag sei von 123 Liter im Jahr 2016 auf zuletzt 128 Liter angestiegen - was einer kleinen Badewanne entspreche.

© dpa
Weitere News
Top News
Sport news
Gefangenenaustausch: US-Basketballerin Griner aus russischer Haft entlassen
Familie
Von Pflaster bis Seitenlage: Kinder für Notfälle trainieren
Auto news
Verkehrsrecht: Ersatzteil-Engpass: Entschädigung bei langem Nutzungsausfall
Games news
Featured: Marvel’s Midnight Suns: Die besten Tipps
Internet news & surftipps
Digitalisierung: Vertreter der Zivilgesellschaft kritisieren Digital-Gipfel
Tv & kino
Featured: Unsere Streaming- und GigaTV-Tipps fürs Wochenende
Musik news
Musik: Musikschulverband: Ein Instrument bleibt das beliebteste
Internet news & surftipps
Hollywoodstar: Kate Winslet: «Meine Kinder haben keine Social Media»
Empfehlungen der Redaktion
Regional baden württemberg
Ortenaukreis: Kretschmann: Entscheidung zu Neckarwestheim im Dezember
Regional baden württemberg
Klima: Dürre und Niedrigwasser: Kretschmann auf Tour zu Klimawandel
Regional baden württemberg
Natur: Nabu-Landeschef: Klimafolgen werden Menschenleben fordern
Regional baden württemberg
Klima: Viele Flüsse führen Niedrigwasser
Regional baden württemberg
Wetterdienst: Heiß und zu trocken: Bilanz nach möglichem Rekordsommer
Wetter
Klima: Dürres Deutschland - die vielen Facetten der Trockenheit
Regional baden württemberg
Energiekrise: Drosselung von Nord Stream 1: Optimismus bei Gasgipfel weg
Regional baden württemberg
Naturschutz: Auerhuhn Teilen des Schwarzwalds nicht mehr geschützt