Mannheims OB Kurz tritt nicht für dritte Amtszeit an

Die Ära Kurz im Mannheimer Rathaus geht zu Ende. Nach zwei Amtsperioden verzichtet der 60-Jährige Oberbürgermeister auf eine Kandidatur, weil ihm weitere acht Jahre als Stadtoberhaupt zu viel Energie kosten würden. Er will den Weg für neuen Schwung frei machen.
Peter Kurz (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, spricht zur Presse. © Uwe Anspach/dpa

Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) wird nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. «Ich habe mich entschieden, mich im nächsten Sommer nicht noch einmal um eine achtjährige Amtszeit als Oberbürgermeister zu bewerben», wandte sich Kurz am Mittwoch im Internet an die Mannheimer. Die Entscheidung, bei der Wahl am 18. Juni nächsten Jahres nicht mehr anzutreten, sei ihm nicht leicht gefallen, auch weil er viel Unterstützung für eine Kandidatur in der mit 320.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs erhalten habe. Zuvor hatten der «Mannheimer Morgen» und die «Rhein-Neckar-Zeitung» darüber berichtet.

Der 60-jährige promovierte Jurist und zweifache Vater gab sowohl persönliche als auch inhaltliche Gründe für seinen Entschluss an. «Es braucht mehr als Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl, um eine erneute Bewerbung zu tragen und glaubwürdig zu machen. Es braucht die notwendige Kraft und Begeisterung, um dieses Amt auf eine so lange Strecke von acht Jahren ausüben zu können, das mit kaum einem anderen politischen Amt zu vergleichen ist.» Nach fast 40 Jahren Kommunalpolitik wisse er das aus eigener Erfahrung.

Als einen Grund nannte der baden-württembergische Städtetagspräsident die derzeitige Großwetterlage: «In einer fundamentalen Krise braucht es auch neue Ansätze und neuen Schwung. Und der verbindet sich für uns oft mit neuen Gesichtern.»

Der gebürtige Mannheimer kam 1999 als Bürgermeister für Bildung, Kultur und Sport ins Rathaus, wurde 2007 zum Oberbürgermeister gewählt und 2015 im Amt bestätigt. Seit 1995 ist er Mitglied im SPD-Landesvorstand.

Bei den Mannheimer SPD-Abgeordneten in Land- und Bundestag hieß es: «Mannheim ist eine soziale, kulturell attraktive und wirtschaftlich dynamische Stadt, auf die wir alle stolz sein können.» Isabel Cademartori (MdB), Stefan Fulst-Blei und Boris Weirauch (beide MdL) betonten: «Das ist auch maßgeblich der Führung von Peter Kurz zu verdanken.»

Ralf Broß vom Vorstand des Städtetags lobte die Zusammenarbeit mit Kurz. «Wir bedauern diese Entscheidung und respektieren sie gleichermaßen.»

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar findet es wichtig, dass die Stadtspitze in Krisenzeiten bis zum Amtswechsel voll handlungsfähig ist. «Wir gehen davon aus, dass wir die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der neuen Stadtspitze fortsetzen können», fügte IHK-Präsident Manfred Schnabel hinzu.

© dpa
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