Landeskirche öffnet sich für «besondere Gemeindeformen»

Gläubige in der evangelischen Landeskirche in Baden können künftig neue Formen des Gemeindelebens nutzen. Die Landessynode, gewissermaßen das Kirchenparlament, beschloss auf der Herbsttagung in Bad Herrenalb (Landkreis Calw) ein Gesetz über besondere Gemeindeformen und -initiativen. Diese sollen nach Angaben vom Donnerstag flexible Möglichkeiten zur Entfaltung und Teilhabe bieten. Die Kirche hofft, so die Bedarfe der Menschen noch besser wahrnehmen zu können. Ausdrücklich sollen diese neuen Formen des Gemeindelebens nicht in Konkurrenz zu bestehenden Gemeinden stehen.
Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Das Gesetz ermöglicht, dass Mitglieder anderer Kirchen oder Menschen, die (noch) keine Kirchenmitglieder sind, in Gemeinden mitarbeiten und Aufgaben anders verteilt werden. Das geht beispielsweise in einer «Regionalgemeinde». «Kennzeichen der neuen Gemeindeformen ist eine Mitgliederzahl, die regelmäßige Gottesdienste sowie ein lebendiges Gemeindeleben erwarten lässt», teilte die Landeskirche dazu mit.

Ferner verabschiedete die Landessynode im Zeichen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine eine Erklärung zur Friedensethik: «Als Evangelische Landeskirche in Baden bleiben wir auf dem Weg hin zum gerechten Frieden. Zugleich sehen wir die moralischen Dilemmata», heißt es darin. «Unsere Aufgabe als Kirche ist es, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Gesprächskanäle in Krisenzeiten offenzuhalten, denen, die um friedliche Lösungen ringen den Rücken zu stärken, konkrete humanitäre Hilfe zu leisten, Traumatisierten und Geflüchteten sichere Räume und Zuflucht zu gewähren und so den Boden dafür zu bereiten, dass Wege der Versöhnung gesucht und gefunden werden.» 2013 hatte die Synode einen friedensethischen Beschluss erarbeitet, der den Angaben zufolge in der Diskussion vieler anderer Landeskirchen aufgegriffen wurde und nun erneuert wurde.

Der Landeskirche in Baden gehörten zum Stichtag Silvester 2021 rund 1,06 Millionen Menschen an - knapp 30.650 weniger als ein Jahr zuvor. Die stetigen Verluste sind ein Grund, warum nach neuen Formen und Wegen kirchlicher Arbeit gesucht wird. Seit dem Frühjahr ist Heike Springhart (47) als erste Frau im Amt der Landesbischöfin von Baden.

© dpa
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