Viel Arbeit für Mislintat und Matarazzo beim VfB Stuttgart

27.06.2022 In Sachen Transfers hat sich beim VfB Stuttgart bislang wenig getan. Das soll sich bald ändern, denn der Markt wird Fahrt aufnehmen. Die Verantwortlichen wünschen sich aber, dass die Leistungsträger bleiben. Dann hätten sie eine Baustelle weniger.

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat steht im Stadion. © Tom Weller/dpa/Archivbild

Ein Profi sitzt in Untersuchungshaft, mindestens drei Spieler stehen im Schaufenster für andere Clubs und die ersten Corona-Fälle und Blessuren gibt es auch schon wieder. Die Lage beim VfB Stuttgart ist nach der Last-Minute-Rettung am letzten Spieltag der vergangenen Saison immer noch herausfordernd.

Trotzdem gelang es Sportdirektor Sven Mislintat im Urlaub in Griechenland, ein paar Tage lang nicht an den Alltag in der Fußball-Bundesliga zu denken. Zurück am Trainingsgelände kam er am Montagnachmittag bei der ersten offiziellen Einheit um diverse knifflige Themenbereiche aber nicht herum.

Atakan Karazor ist seit seinem Spanien-Urlaub immer noch in Polizeigewahrsam. Ein neues Statement lässt sich Mislintat nicht entlocken. Im Moment werde der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler, der in der Schlussphase einer der entscheidenden Bausteine im System von Trainer Pellegrino Matarazzo war, noch so behandelt, wie ein verletzter Akteur. «Und wäre er verletzt, würden wir das intern lösen», sagte Mislintat.

Lösungen braucht der Kaderplaner aber auch, sollten Sasa Kalajdzic, Borna Sosa und Orel Mangala den VfB in dieser Wechselperiode verlassen. «Unabhängig von der finanziellen Situation haben wir sportlich den Wunsch, mit unseren besten Spielern zu arbeiten», sagte Mislintat. Kalajdzic wurde mit dem FC Bayern München und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Der Meister hat dann aber Sadio Mané an die Isar geholt, Sébastien Haller schließt sich dem BVB an.

Die Folge für den Österreicher: Um ihn ist es wieder stiller geworden. «Es gibt einen Markt, aber der ist sehr ruhig», sagte Mislintat. «Klar ist, dass immer noch so viel Zeit sein sollte, um handlungsfähig zu sein.»

Perfekt sind bislang lediglich die Transfers von Hiroki Ito und Konstantinos Mavropanos, die schon in der Vorsaison von ihren jeweiligen Clubs ausgeliehen waren. Sie fehlten beim Trainingsauftakt ebenso wie vier weitere Nationalspieler. Dazu mussten Florian Schock und Ömer Beyaz wegen positiven Coronatests aussetzen. Philipp Klement und Wahid Faghir plagen Knieprobleme.

Trotzdem nahm die Intensität schon im Verlauf der ersten Einheit Fahrt auf. Matarazzo hatte angekündigt, den Druck hochzuhalten. «Die Jungs waren in der Kabine direkt wieder lebendig. Auf dem Platz war es noch etwas ruhig, aber mit jeder Übung wurde es besser. Es war ganz ordentlich.»

Und zwei erfreuliche Nachrichten aus dem Personalbereich gab es für die etwa 500 Fans und die Verantwortlichen zum Abschluss auch noch: Sowohl Offensiv-Hoffnung Silas Katompa Mvumpa als auch Mohamed Sankoh standen nach langer Leidenszeit wieder auf dem Platz und konnten im neuen VfB-Trikot und unter dem Applaus der Zuschauer alle Übungen schmerzfrei mitmachen.

© dpa

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