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Haftbefehle: Handgranatenwurf zieht weiter Kreise

Auch mehrere Tage nach der Tat beschäftigt der Wurf eines Sprengkörpers auf eine Trauergemeinde weiter die Ermittler und auch die Politik. Gegen drei Männer wurde nun Haftbefehl erlassen. Kommende Woche beschäftigt sich auch der Landtag mit dem Fall.
Nach dem Angriff auf eine Trauergemeinde
Mitarbeiter suchen nach Spuren an einem Tatort auf einem Friedhof. © Christoph Schmidt/dpa

Nach dem Wurf eines Sprengkörpers - vermutlich einer Handgranate - auf eine Trauergemeinde in Altbach (Kreis Esslingen) ist Haftbefehl gegen drei Männer erlassen worden. Das teilten das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag mit. Zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren sitzen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung in Haft, einem 19-Jährigen wird ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Die beiden Männer im Alter von 20 und 21 Jahren sollen den Angreifer, der am vergangenen Freitag einen explosiven Gegenstand auf die Trauergemeinde geworfen hat, verfolgt und so schwer verprügelt haben, dass er ins Krankenhaus musste. Der mutmaßliche Werfer, ein 23 Jahre alter Mann, sitzt bereits in Haft. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um eine Handgranate handelte. Unklar bleibt das Motiv für die Tat.

Polizei und LKA hatten am Mittwoch bei einer Razzia in den frühen Morgenstunden die Wohnungen der drei Verdächtigen im Alter von 19, 20 und 21 Jahren in Ludwigsburg durchsucht. Bei dem 19-Jährigen fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe mitsamt Munition. Das LKA prüfe derzeit, ob diese Waffe bei anderen Taten verwendet worden sei, etwa bei einer Serie von Schüssen im Großraum Stuttgart.

Mit den Ereignissen in Altbach befasst sich auch der Innenausschuss. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte am Donnerstag in Stuttgart, Ressortchef Thomas Strobl (CDU) habe dem Vorsitzenden des Gremiums angeboten, in einer Sondersitzung über den Fall zu informieren.

Die innenpolitische Sprecherin der Liberalen, Julia Goll, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Berichterstattung zu den Ereignissen habe mittlerweile eine Dynamik erreicht, die nach einer besonderen Befassung des Innenausschusses verlange. «Fragen zu Hintergründen der Tat, zum möglichen Zusammenhang mit anderen Straftaten im öffentlichen Raum, aber auch zum Einsatz verdeckter Ermittler drängen sich auf.» Die Sitzung soll wohl in der kommenden Woche am 21. Juni stattfinden.

Ein Mann hatte am Freitag einen Sprengkörper auf eine Trauergemeinde auf dem Friedhof in Altbach geworfen. Bei der Explosion waren zehn Menschen verletzt worden, einer davon schwer.

Die Beerdigung soll nach einem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» und «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag) von Stuttgarter Polizeikräften überwacht worden sein. Allerdings hätten die Beamten offenbar fluchtartig den Tatort verlassen, als der Sprengkörper explodierte. Nach einem der Polizisten wurde dem Bericht zufolge zeitweise sogar als möglichem zweiten Tatverdächtigen gefahndet. Zudem soll das eigentlich zuständige Landeskriminalamt (LKA) zuvor eine technische wie menschliche Überwachung der Beerdigungsfeier im Vorfeld abgelehnt haben.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts teilte mit, er könne dazu keine Auskunft geben. Als Grund nannte er «einsatztaktische Belange». Man wolle die laufenden Ermittlungen und «insbesondere die verdeckten Maßnahmen» nicht gefährden.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat in dem Fall Vorermittlungen gegen Polizeibeamte aufgenommen. Man habe einen «Prüfvorgang angelegt, ob sich möglicherweise strafrechtlich relevante Vorgänge gegen Polizeibeamte ergeben», teilte ein Sprecher der Behörde mit. Zuerst hatten darüber «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Freitag) berichtet.

Der SPD-Politiker Sascha Binder sagte, es sei dringend erforderlich, die Vorfälle parlamentarisch aufzuarbeiten, zunächst im Innenausschuss. «Zur Sprache kommen muss dabei aber auch, wieso das notwendige Bewusstsein über Bandenkriminalität einfach nicht an der Spitze der Polizei und des Innenministeriums ankommt.» Und der Innenminister müsse darlegen, warum bei der Tat zwar Fahnder vor Ort gewesen seien, diese aber unmittelbar nach dem Anschlag den Tatort verließen, anstatt verdächtige Personen festzusetzen.

Innenminister Thomas Strobl wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei ermittle seit Wochen «intensiv und unnachgiebig, um die Straftaten, bei denen rund um Stuttgart auf Menschen geschossen wurde, aufzuklären», sagte der CDU-Politiker einer Mitteilung zufolge. «Die Opposition pöbelt hier völlig zu Unrecht.»

© dpa
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