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Großer Branchen-Protesttag in Stuttgart

Viel Bürokratie, wenig Vergütung: Die Apotheker ächzen und klagen und sie gehen mit ihrem Protest auch auf die Straße. «Apotheken stärken. Jetzt» fordern sie und schließen Tausende Geschäfte für einen Tag.
Apotheke
Ein Apothekenzeichen ist am Eingang einer Apotheke angebracht. © Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Tausende Apothekerinnen und Apotheker aus Baden-Württemberg und Bayern haben am Mittwoch ihre Geschäfte geschlossen und mit einem Pfeifkonzert und Parolen in Stuttgart gegen die Gesundheitspolitik des Bundes protestiert. Auf weißen Warnwesten forderten sie mit der Aufschrift «Apotheken stärken. Jetzt.» vor allem ein Ende der aus ihrer Sicht ausufernden Bürokratie, der anhaltenden Lieferengpässe und einer bereits lange andauernden Unterfinanzierung. Notapotheken hatten nach Angaben des Landesapothekerverbands trotz des Protesttags geöffnet.

Ausgestattet mit Plakaten und Trillerpfeifen machte die auch mit 20 Bussen aus Bayern angereiste Branche ihrem Ärger ordentlich Luft. «Heute geschlossen: Wir streiken, weil Karl lügt» hieß es unter anderem, «Mach deinen Job. Arbeiten statt Twittern, Herr Lauterbach» und «Heute Apotheke light, morgen Apotheke weg».

«Unsere aktuelle Situation ist mehr als besorgniserregend», kritisierte Tatjana Zambo, die Präsidentin des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg. Die Zahl der Apotheken sei auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gefallen, das Versorgungssystem werde kaputtgespart. «Dem wollen wir uns mit unserem Protest entgegenstellen», sagte Zambo.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) haben die bayerischen und baden-württembergischen Apothekerinnen und Apothekern dabei auf ihrer Seite. Die niedergelassenen Apotheken bräuchten ein ausreichendes betriebswirtschaftliches Fundament, um eine hochwertige Versorgung zu gewährleisten, sagte er im Vorfeld des Protests. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) müsse mit den Ländern eine Apothekenreform in Angriff nehmen. Apotheken müssten mit neuen Finanzierungskonzepten für die Preisgestaltung auf Inflation und Lohnsteigerung reagieren können.

Nach Angaben der Landesapothekerkammer gibt es in Baden-Württemberg noch 2264 Apotheken (Stand: 30. Juni). Die Zahl sinkt stetig: Im Jahr 2014 waren es im Land noch gut 2600, Ende des vergangenen Jahres dann rund 2300. Die sogenannte Apothekendichte - also die Zahl der Apotheken je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner - war zum Jahresende 2022 mit 21 geringer als im Bundesschnitt (22). Auch die Versorgung im Notdienst sei ausgedünnt, beklagt der Apothekerverbend. «Das Versorgungsniveau ist als gerade noch ausreichend zu beschreiben», sagte dazu ein Sprecher des Verbands. Die Branche leidet nicht zuletzt angesichts der Lage auch unter Nachwuchsmangel.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatten in Westdeutschland viele Apotheken geschlossen. Begonnen hatte der Protest-Monat am 5. November in Hannover mit einer zentralen Kundgebung für Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Kundgebung in Stuttgart wollen Apothekerinnen und Apotheker am 29. November auch in Dresden zusammenkommen, begleitet von Schließungen in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

© dpa
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