Technik soll Insekten vor Tod durch Straßenlampen schützen

Ob Bienen, Schmetterlinge oder Nachtfalter - es sterben immer mehr Insekten, viele davon durch nächtliche Lichtquellen. Im Kreis Göppingen soll eine intelligente Straßenbeleuchtung Abhilfe schaffen.
Die beleuchtete Ortsdurchfahrt von Heiningen im Kreis Göppingen. © Martin Paule/Netze BW/dpa

Viel Technik zum Schutz von Insekten: Um Falter, Schmetterlinge oder Fliegen vor dem Tod durch eine Straßenlampe zu bewahren, werden Leuchten in Heiningen von diesem Dienstag an abhängig von Verkehrsaufkommen heruntergedimmt. Das Verkehrsministerium fördert das Pilotprojekt an der Ortsdurchfahrt der Gemeinde im Kreis Göppingen mit 75.000 Euro des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt, wie ein Sprecher mitteilte.

Das Besondere daran: Mit Kameras, Echtzeitverkehrsdaten, hochauflösenden Mikrofonen und sogenannten Bluetooth-Trackern wird das Verkehrsaufkommen ermittelt und davon abhängig das Licht heruntergeregelt. Die Ausnahme bilden Fußgängerübergänge - dort sollen Menschen, die über die Straßen möchten, weiter gut sichtbar sein.

Das Projekt soll damit einen Beitrag leisten, das nach Angaben des Ministeriums dramatische Insektensterben zu mildern oder zu stoppen. Mücken und Falter werden demnach von künstlichem Licht angezogen und sterben in den Lampen selbst oder kreisen dort bis zur völligen Erschöpfung.

Die Technik ist bei dem Projekt jedoch nicht nur zum Schutz der Insekten im Einsatz, sondern dient auch der Forschung. Mit Hilfe spezieller Kameras und einer intelligenten Software wird die Aktivität der Tierchen entlang der Ortsdurchfahrt demnach zuverlässig erfasst. Auf diese Weise wird ein Zählverfahren mit Insektenfallen vermieden und lässt zugleich Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der gedimmten Straßenbeleuchtung zu. Ein Wissenschaftler vom Fachgebiet Lichttechnik der Technischen Universität Berlin stellt dabei den korrekten Aufbau des Systems sicher.

Lichtverschmutzung sei zunehmend ein Problem, dem man sich zum Schutz der Biodiversität annehmen müsse, sagte Elke Zimmer, Staatssekretärin im Verkehrsministerium, zum Start des Projekts in Heiningen. Der Bürgermeister der Gemeinde, Norbert Aufrecht, sagte, er hoffe, dass die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt dazu beitragen, dass dieses Beispiel in Baden-Württemberg Schule mache.

Das Projekt wurde unter anderem vom Unternehmen Netze BW umgesetzt und soll zunächst ein Jahr lang in Heiningen für eine insektenfreundliche Beleuchtung sorgen.

© dpa
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