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Gericht verhandelt Prozess um Mord an Doppelgängerin

Eine Frau liegt tot in ihrem Auto - sie wurde getötet. Was zunächst recht eindeutig schien, verkehrte sich nach einem Tag ins Gegenteil. Das vermutete Opfer wurde plötzlich zur Tatverdächtigen.
Polizei auf Spurensuche
Polizisten durchsuchen ein Waldstück nach Spuren und Gegenständen. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Ein spektakulärer und aufwendiger Mordprozess um die Tötung einer Doppelgängerin wird ab 16. Januar für mehrere Monate das Landgericht Ingolstadt beschäftigen. Einer jungen Frau wird vorgeworfen, dass sie untertauchen und ihren Tod vortäuschen wollte. Deswegen soll sie über ein soziales Netzwerk Kontakt zu einer Frau in Baden-Württemberg, die ihr ähnlich sieht, aufgenommen haben.

Das Opfer, eine 23-Jährige aus Eppingen (Landkreis Heilbronn), wurde im August 2022 bestialisch mit 56 Messerstichen getötet. Dafür sollen die Angeklagte sowie ein ebenfalls beschuldigter Mann verantwortlich sein. Die beiden Verdächtigen haben laut Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf bestritten und dann während der Ermittlungen geschwiegen.

Im vergangenen Sommer war gegen die damals beide 24 Jahre alten Beschuldigten, eine Deutsch-Irakerin und ein Kosovare, Anklage erhoben worden. Das Ingolstädter Landgericht plant insgesamt 28 Verhandlungstermine, ein Urteil könnte es demnach im Mai geben. Die Staatsanwaltschaft hat für den Prozess mehr als 190 Zeuginnen und Zeugen benannt.

Familienstreitigkeiten sollen Auslöser gewesen sein

Laut Anklage waren Streitigkeiten zwischen den Familie der angeklagten Frau und der Familie ihres Ex-Freundes Auslöser des Verbrechens. Deswegen soll die Frau geplant haben, ihren Tod zu simulieren. Dafür soll sie über Instagram versucht haben, Kontakt zu ihr optisch ähnelnden Frauen aufzunehmen, um so ein Opfer zu finden. Es sei versucht worden, diese Doppelgängerinnen durch verschiedene Versprechungen zu einem Treffen zu bewegen.

Die 23-Jährige soll schließlich darauf eingegangen sein. Daraufhin soll die Angeklagte zusammen mit ihrem mutmaßlichen Komplizen, der ihr bis zu den Tatplänen nur flüchtig bekannt gewesen sei, nach Eppingen gefahren sein. Es sei dem Opfer vorgegaukelt worden sein, dass es eine kostenlose Behandlung in einem Kosmetikstudio erhalte, um dann Werbung für das Studio zu machen.

Das Trio soll gemeinsam Richtung Ingolstadt gefahren sein. Auf dem Weg soll die 23-Jährige in einem Waldstück umgebracht worden sein. Dann sollen die beiden Beschuldigten nach Ingolstadt weitergefahren sein und dort das Auto der Angeklagten mit der Leiche darin geparkt haben.

Nach der Entdeckung der Toten war zunächst tatsächlich vermutet worden, dass die junge Ingolstädterin getötet wurde. Doch schon am nächsten Tag wurde das vermeintliche Opfer als Tatverdächtige festgenommen, ebenso der beschuldigte Mann.

Weitere Mordpläne sind zusätzlich angeklagt

Beide müssen sich in dem Prozess nicht nur wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Die Frau wird verdächtigt, auch einen Mann beauftragt zu haben, den Bruder ihres ehemaligen Lebensgefährten zu töten. Der angebliche Auftragskiller, der bereits eine Anzahlung von 5000 Euro bekommen haben soll und gegen den ein separates Strafverfahren läuft, ließ laut Anklage den Bruder aber am Leben. Die Ingolstädterin habe diesen Vorwurf «weitgehend eingeräumt», berichtete die Staatsanwaltschaft.

Der mitangeklagte Mann soll zudem versucht haben, in der Untersuchungshaft einen Mithäftling zur Tötung von Zeugen in dem Mordfall der Doppelgängerin zu überreden. Der Mithäftling lehnte dies jedoch ab. Beiden Angeklagten wird insofern neben dem Hauptvorwurf auch noch unabhängig voneinander versuchte Anstiftung zum Mord vorgeworfen.

© dpa
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