Kretschmann will Tempo bei Ausbau der Windkraft verschärfen

25.04.2022 Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drückt beim Ausbau der Windkraft noch starker aufs Tempo als bisher. Der Zeitraum von der Planung bis zum Bau eines Windparks müsse auf zwei Jahre verkürzt werden, sagte der Grünen-Politiker am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion der «Stuttgarter Zeitung». «Wir sind einfach zu langsam. Wenn wir nicht schneller werden, wird die Energiewende schon aus Zeitgründen scheitern», warnte der Regierungschef. Bisher dauert die Realisierung eines Windparks etwa sechs bis sieben Jahre.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Kretschmann hatte bislang das Ziel ausgegeben, den Zeitraum mindestens zu halbieren. Der Koalitionspartner CDU ist noch ambitionierter und will dafür sorgen, dass Windparks innerhalb eines Jahres realisiert werden können. EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos zeigte sich weniger optimistisch. «Es ist realistisch zu sagen, dass wir das halbieren können.» Es sei denkbar, einen Windpark nach drei Jahren in Betrieb nehmen zu können, sagte er bei der Diskussion.

Der Ministerpräsident sagte, der Druck, schnell auf erneuerbare Energien umzusteigen, habe sich durch den Ukraine-Krieg nochmal verdoppelt. «Jede Ausrede wird auf Durchzug gestellt.» Kretschmann hofft, dass die Voraussetzungen für einen schnelleren Ausbau bis Sommer geschaffen seien. Er wolle, «dass das flutscht». Der Südwesten hat auch nach zehn Jahren grüner Regierung noch großen Rückstand beim Ausbau der Windkraft. Im ersten Quartal wurden drei Windkraftanlagen gebaut, nötig seien aber 100 im Jahr, meinte Kretschmann.

Er forderte auch die Europäische Union auf, die sogenannte Südquote beim Ausbau der Windenergie in Deutschland zu akzeptieren. Die EU dürfe da nicht mit einem «Binnenmarktradikalismus» unterwegs sein und jegliche Flexibilität in den Mitgliedsländern unterdrücken. Der Bund will mit der Quote den Bau neuer Windräder auch in den südlichen Bundesländern wieder attraktiver machen.

© dpa

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