Weihnachtsgeschäft im Südwesten läuft schleppend an

So richtig klingeln wollten die Kassen am ersten Adventswochenende im Südwesten nicht. Doch die Händler bleiben zuversichtlich. Sie hoffen auch auf den Wettergott.
Eine Weihnachtsmann-Puppe sitzt auf einem Fenstersims in der Innenstadt von Villingen-Schwenningen. © Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild

Die Kauflust der Menschen in Baden-Württemberg hat sich am ersten Adventswochenende in Grenzen gehalten. Die Geschäfte seien schleppend gelaufen, teilte die Chefin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), Sabine Hagmann, am Sonntag mit. Nun hoffen die Händler auf die nächsten Wochen. Das kältere Wetter dürfte die Weihnachtsstimmung weiter befeuern, so Hagmann.

Eine Umfrage des Handelsverbands ergab, dass am ersten Adventssamstag ein durchschnittliches Umsatzminus von einem Prozent im Vergleich zu den Jahren davor verzeichnet wurde. «Was sich im ersten Moment nach etwa gleichbleibenden Geschäften zum Vorjahr anhört, ist in Wirklichkeit aufgrund der Inflation jedoch eine Verschlechterung des Ertrages für Händlerinnen und Händler», so die Verbandschefin.

In den Wochen zuvor seien die Umsatzeinbußen deutlich größer gewesen. «Es ist so, dass wir 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahr liegen», sagte Hagmann. Das Adventswochenende sei ein Schritt in die richtige Richtung. Gefragt waren laut dem Verband vor allem Deko-Artikel und warme Kleidung. Viele Händler seien darüber erfreut, dass die Städte und Kommunen sich trotz der hohen Energiepreise bemühten, weihnachtliche Stimmung in die Shoppingmeilen zu bringen.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. «Insgesamt ist es einfach so, dass es noch nicht so weihnachtlich kalt ist. Man glaubt noch gar nicht so richtig daran, dass schon bald Weihnachten ist. Das spielt bei uns eine ganz große Rolle», erklärte die 58-Jährige.

Manche Branchen im Einzelhandel leben laut Hagmann zu mindestens 25 Prozent vom Weihnachtsgeschäft - beispielsweise der Buchhandel und die Spielwarenbranche. «Dieses Jahr ist Weihnachten natürlich besonders wichtig, weil wir haben zwei schwierige Weihnachtsfeste gehabt, wo man uns sozusagen coronabedingt das Licht ausgedreht hat kurz vor dem Weihnachtsfest», sagt Hagmann, die seit mehr als 20 Jahren an der Spitze des Handelsverbands Baden-Württemberg steht.

Hagmann wünscht sich, dass die Politiker mehr für die Innenstädte werben. «Während der Corona-Krise haben die Politiker ja gesagt: Geht nicht in den stationären Einzelhandel, bleibt zu Hause! Was wäre denn, wenn die jetzt sagen würden: Geht unbedingt in den stationären Einzelhandel, geht in die Innenstädte, kauft ein!» Die FDP-Fraktion in Baden-Württemberg fordert eine entsprechende landesweite Kampagne und einen Innenstadtbeauftragten innerhalb der Landesregierung.

Die Politik verbreitet aus Sicht von Hagmann derzeit zu viel Unruhe und negative Stimmung, die die Wirtschaft nicht gebrauchen kann. Stattdessen fordert sie klare Entscheidungen. Das sei wichtig, damit man weiß, woran man ist. «Dann wird die Inflation nicht so eine große Rolle spielen. Dann kann man nämlich als Verbraucher, als Konsument planen.»

© dpa
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