Depressionen können Herzinfarkt wie Übergewicht auslösen

01.06.2022 Wer raucht, wer zu viel isst oder wer sich zu sehr stresst, der schwächt sein Herz. Das gilt allerdings auch für Menschen, die unter Depressionen oder unter Angstzuständen leiden. Das dies auch die Wirtschaft belastet, belegt eine weitere Studie.

Ein Mann sitzt vor einem Fenster. © Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Jeder oder jede sechste Beschäftigte in Baden-Württemberg hat ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, weil er oder sie zum Beispiel an Depressionen leidet, Angst hat oder gestresst ist. Umgerechnet habe fast eine Million Menschen in Baden-Württemberg mindestens einen psychischen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, teilte die DAK-Gesundheit auf Grundlage ihres Gesundheitsreports 2022 mit. Weitere Faktoren seien zum Beispiel Rauchen, Bluthochdruck oder starkes Übergewicht. Laut Krankenkasse sterben jedes Jahr rund 27.000 Menschen in Baden-Württemberg an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Rolle von Stress und psychischen Erkrankungen als Risiko für Herzinfarkte werde oft unterschätzt, sagte DAK-Landeschef Siegfried Euerle am Mittwoch. «Depressionen und negativer Stress sind bereits für sich genommen eine große Belastung. Sie gehen aber auch buchstäblich ans Herz.» Nach Einschätzung von Experten sei das Risiko für einen Herzinfarkt bei Depressionen ähnlich hoch wie bei starkem Übergewicht.

Außerdem haben laut Studie depressive, ängstliche oder gestresste Menschen oft auch andere weitere verhaltensbezogene oder körperliche Risikofaktoren. Diese Menschen rauchen zum Beispiel häufiger - auch Bluthochdruck ist bei ihnen deutlich verbreiteter, wie die Daten zeigen. «Zwischen Psyche und Herz gibt es eine auffällige Wechselwirkung», warnte Euerle.

Aber das ist noch nicht alles, denn Stress, Rauchen, Adipositas oder Depressionen sind zudem ein enormer wirtschaftlicher Faktor: Laut DAK kommen auf 100 Versicherte 44 Fehltage jährlich wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen - bei den Männern mehr, bei den Frauen weniger. Mit dem Alter steigt die Anzahl der Fehltage deutlich an. Männer im Alter zwischen 45- und 49 Jahren bringen es je 100 Versicherte auf 54 Fehltage, bei ihren zehn Jahre älteren Kollegen sind es 130 Tage. Firmen müssten Stress, Belastung und die psychische und physische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden im Blick haben und schützen, forderte Euerle.

Für den DAK-Gesundheitsreport hat das IGES-Institut laut Krankenkasse die Daten von rund 280.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet. Außerdem befragte das Forsa-Institut für die DAK-Gesundheit mehr als 1000 Beschäftigte in Baden-Württemberg.

© dpa

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