VfB-Trainersuche: Wimmer gegen Bochum wohl auf der Bank

Stuttgarts Hoffnungen ruhen vorerst auf Matarazzos bisherigem Co-Trainer. Der Club wirkt unruhig wie lange nicht mehr - und tut sich bei der Suche nach einem neuen Coach womöglich auch deshalb schwer.
Michael Wimmer (r), der Co-Trainer des Fußball Bundesligavereins VfB Stuttgart, leitet ein Training. © Bernd Weißbrod/dpa

Michael Wimmer holte immer mal wieder einen Spieler zu sich heran. Der 42-Jährige hat auf dem Trainingsplatz des VfB Stuttgart derzeit das Sagen. Nach der am Dienstag leitete er auch die Einheit am Mittwoch. In der anhaltenden Trainersuche des schwäbischen Fußball-Bundesligisten deutet viel darauf hin, dass der Interimscoach die Mannschaft auch im Heimspiel gegen den VfL Bochum am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) betreut. Es wäre sein zweiter Einsatz in verantwortlicher Rolle in dieser Saison.

Der VfB hatte sich am Montag von Cheftrainer Pellegrino Matarazzo getrennt. In den Medien waren zuletzt unter anderen der frühere Hoffenheimer Coach Sebastian Hoeneß und der langjährige Co-Trainer von Thomas Tuchel, Zsolt Löw, als mögliche Nachfolger des Italo-Amerikaners gehandelt worden. Konkreter wurde es mit keinem der beiden.

Er solle sowohl das Team als auch die einzelnen Spieler in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln und die Mannschaft wieder «siegfähiger» machen, hatte Sven Mislintat das Anforderungsprofil an den neuen Coach umrissen. Gefunden haben ihn der Sportdirektor, Vorstandschef Alexander Wehrle und der neue Berater des Clubs, Sami Khedira, noch nicht.

Vorerst ruhen die Stuttgarter Hoffnungen also auf Wimmer. Der Bayer war bislang Co-Trainer unter Matarazzo. Im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (1:1) Anfang September hatte er den damals gesperrten 44-Jährigen schon einmal an der Seitenlinie vertreten. Er gilt als kumpelhafter Typ mit klarer Ansprache. Kriegt er die in der Liga noch sieglosen Stuttgarter für die so wichtige Partie gegen den Tabellenletzten aus Bochum wieder in die Spur?

Grundlegend ändern soll sich der Spielstil laut Mislintat auch nach der Ära Matarazzo nicht. «Es wird nicht helfen, tief zu stehen, nur noch zu verteidigen und nur noch Langholz zu spielen», sagte der 49-Jährige. «Das ist nicht die Identität der Mannschaft und des Clubs.»

Der wieder mal am Scheideweg steht. Auch die ungeklärte Zukunft von Mislintat, dessen Vertrag nächsten Sommer ausläuft und mit dem erst in der WM-Pause Mitte November über eine Verlängerung gesprochen werden soll, dürfte eine Rolle spielen bei der Trainersuche.

Insgesamt wirkt der VfB derzeit so unruhig wie lange nicht mehr. In die Analyse der aktuellen Krise, die letztlich zu Matarazzos Freistellung führte, habe er auch die Mannschaft, den weiteren Trainerstab und sich selbst «als Verantwortlicher für den Kader» mit eingenommen, berichtete Mislintat. «Das ist eine Analyse, die wir im Sport machen müssen, die aber auch der gesamte Club machen muss im Thema Rahmenbedingungen, Wirtschaftlichkeit, ruhiges Arbeiten.» Die ausstehenden sieben Pflichtspiele bis Jahresende werden richtungsweisend.

Umso erfreulicher für die Stuttgarter, dass Verteidiger Hiroki Ito, der gegen den 1. FC Union Berlin (0:1) am Sonntag angeschlagen ausgewechselt worden war, im Training am Mittwoch wieder mitgemischt hat. Abwehrchef Waldemar Anton, der gegen die Köpenicker eine Platzwunde am Kopf erlitten hatte, absolvierte ein reduziertes Programm.

© dpa
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