VfB im Abstiegskampf zwischen Ärger und Zuversicht

Im dritten Spiel unter Trainer-Rückkehrer Bruno Labbadia muss der VfB Stuttgart die erste Niederlage hinnehmen, will daraus aber auch Zuversicht ziehen. Der Coach ärgert sich über den Schiedsrichter.
Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia reagiert an der Seitenlinie. © Hendrik Schmidt/dpa

Bruno Labbadia schwankte zwischen Frust und Zuversicht. Auf der einen Seite hatte sein stark ersatzgeschwächter VfB Stuttgart dem Bayern-Jäger RB Leipzig vieles abverlangt. Auf der anderen Seite aber hatten die Schwaben beim 1:2 (0:1) keine Punkte gewonnen, auf die es im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ankommt. «Wir haben jetzt drei Spiele hinter uns und haben zwei Punkte geholt. Wir wissen, dass wir aus diesen drei Spielen wesentlich mehr Punkte hätten holen können», bilanzierte der Trainer-Rückkehrer nach seiner ersten Niederlage in der Englischen Woche mit dem VfB: «Es wäre super gewesen, wenn wir uns heute mit einem Punkt belohnt hätten, das hätte der Mannschaft wahnsinnig gutgetan.»

Doch Labbadia konnte dem couragierten Auftritt auch viel Gutes abgewinnen. Die Leistung an sich müsse «der Mannschaft Auftrieb geben», meinte der Coach. Und auch der Gegner, nun seit nunmehr 16 Spielen ungeschlagen, verteilte Lob. «Großes Kompliment an Stuttgart», sagte RB-Trainer Marco Rose. Seine Mannschaft sei «maximal gefordert» gewesen.

Labbadia war insbesondere von der Laufleistung seiner Mannschaft beeindruckt. «Wir haben gegen eine Sprintermannschaft mehr Sprints gemacht. Wir sind mehr Kilometer gelaufen. Das war vor fünf Wochen für mich noch unvorstellbar», sagte der 56-Jährige, der in der Winter-Vorbereitung sehr viel Wert auf Konditionstraining gelegt hatte.

«Wir haben brutal viel investiert. Das ist genau das, was wir brauchen», fasste Rechtsverteidiger Pascal Stenzel zusammen. Bemerkenswert war, dass die Stuttgarter ein couragiertes Spiel ablieferten, obwohl gleich fünf Stammspieler ausfielen. Auch Torjäger Serhou Guirassy hatte sich wegen Magenproblemen für die Startelf noch kurzfristig abgemeldet. «Für die Gegebenheiten haben wir uns hier gut aus der Affäre gezogen. Auch wenn wir auf dem Punktekonto keinen Schritt nach vorn machen konnten und wir nichts schönfärben wollen, war es ein sehr wichtiger Abend für das mannschaftliche Zusammenwachsen», erklärte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth.

Für ein Remis war der Anschlusstreffer von Chris Führich (68. Minute/Handelfmeter) aber zu wenig. Mit einem wild fliegenden Freistoß aus 30 Metern und einer famosen Abnahme von der Strafraumgrenze war Dominik Szoboszlai Leipzigs Matchwinner eines am Ende erzitterten RB-Erfolgs. Zur Geschichte des Spiels gehörte aber auch, dass Torhüter Florian Müller beim ersten Gegentor patzte.

Labbadia aber ärgerte sich mehr über den fragwürdigen Freistoßpfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer. Wie Wataru Endo den Ball erkämpft hatte, sei ein «Lehrbeispiel», meinte er.«Eine bessere Balleroberung ins Gegenpressing kriegst du nicht. Ich habe das noch nie gesehen, wie man da abpfeifen kann. Besser geht es nicht. Da fällt mir nicht viel ein. (...) Es ist shit», kommentierte Labbadia bei DAZN.

Seine Mannschaft muss der Trainer nun schnell wieder aufrichten. Schon am Dienstag geht es für den VfB beim SC Paderborn um den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Sonntag treten die Stuttgarter in der Bundesliga gegen Werder Bremen an, dann brauchen sie dringend Punkte.

© dpa ⁄ Kristina Puck und Tom Bachmann, dpa
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