Matarazzos Mission: Kraft sammeln für VfB-Rettung

06.05.2022 Die Lage des VfB Stuttgart vor dem Spiel beim FC Bayern München ist dramatisch - und auch für den Trainer die heikelste seiner noch jungen Laufbahn. Noch aber geht dem 44-Jährigen die Kraft nicht aus.

Stuttgarts Sasa Kalajdzic (M) bejubelt sein Tor zum 1:0. © Tom Weller/dpa/Archivbild

Haltung zu zeigen. Das ist Pellegrino Matarazzo in diesen Tagen besonders wichtig. Nicht nur von den Spielern des VfB Stuttgart fordert der Trainer das ein, auch von sich selbst. Die Lage des Fußball-Bundesligisten ist dramatisch, nach 2016 und 2019 droht den Schwaben der dritte Abstieg innerhalb weniger Jahre. Der Druck auf den Club könnte vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim FC Bayern München am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) kaum größer sein. Und Matarazzos Mission kaum kniffliger. Den VfB über den bevorstehenden Sommer hinaus in der Liga zu halten, ist die größte Herausforderung in der noch jungen Laufbahn des Italo-Amerikaners als Profi-Chefcoach.

«Es ist sicherlich kein Spaziergang», sagte Matarazzo am Freitag über sein persönliches Empfinden im Abstiegskampf. Der kostet nicht nur Spieler und Fans, sondern auch den Trainer Kraft und Nerven. Auch, wenn er bei Sportdirektor Sven Mislintat nie zur Diskussion stand.

Bisher kriege er es «immer wieder hin, die Kraft herzuholen», betonte Matarazzo. «Ich habe eine Familie, die hinter mir steht. Nicht nur meine Frau und mein Sohn, auch meine Familie in den Staaten und in Italien. Ich habe einen brutalen Support.» Und, schob er ausdrücklich nach: «Ich habe eine Mannschaft, die an Bord ist, die mir den Glauben schenkt, dass wir es schaffen werden. Und wir werden es schaffen.»

In der Winterpause der Saison 2019/2020 hatte Matarazzo beim VfB die Nachfolge des entlassenen Tim Walter angetreten. Druck gab es für den inzwischen 44-Jährigen damals schon. Und Rückschläge auch. Die Derby-Niederlage beim Karlsruher SC wenige Spieltage vor Schluss sei «auch ein brutaler Tiefpunkt» gewesen, erinnert sich Matarazzo an seine erste Saison als Profi-Cheftrainer. Letztlich gelang ihm der Aufstieg mit Stuttgart dennoch und in der ersten Bundesliga-Spielzeit danach ein starker neunter Platz - mit vielen jungen Talenten und einem Stil, der bundesweit für Begeisterung sorgte.

Viel geblieben ist davon nicht. In der aktuellen Saison lief es für den VfB von Anfang an zäh und einiges gegen ihn. Zum Teil lässt sich der Absturz auf die vielen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfälle der Stuttgarter zurückführen. Häufig stemmten sich die, die übrig geblieben waren, den Problemen aber auch zu wenig entgegen. Vor allem zuletzt. Die Schwaben hätten «zwei Kackspiele» hinter sich, sagte Matarazzo über die Niederlage bei Hertha BSC (0:2) und das Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg (1:1). «Gegen die Hertha waren wir komplett nicht da und gegen Wolfsburg war es auch zu wenig.»

Gegen die Bayern gehe es nun darum «aufzustehen, schlagkräftig zu werden, daran zu glauben und Energie auf den Platz zu bringen.» Man wolle in München unbedingt punkten. Meisterfeier hin oder her. Den Ibiza-Trip einiger Bayern-Profis im Anschluss an ihre 1:3-Pleite beim 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Wochenende wollte Matarazzo nicht überbewerten. «Es ist nicht so, dass jemand fünf Tage weg und auf einer Sauftour war. Man hat zwei Tage frei bekommen und war ein bisschen unterwegs», sagte er. Es sei aber «immer noch eine professionelle Spielvorbereitung gelaufen». Er erwarte, dass der deutsche Meister mit einem Sieg die Schale entgegen nehmen will. «Wir sind vorbereitet auf eine topbesetzte Münchner Mannschaft.»

Auch gegen die gilt es, Haltung zu zeigen. Der Einsatz von Abwehr-Ass Konstantinos Mavropanos ist fraglich. Der Grieche habe einen Schlag auf eine Stelle oberhalb des Beckenkamms bekommen und zu Wochenbeginn Probleme gehabt, berichtete Matarazzo. Er sei aber «optimistisch, dass es für das Spiel klappen wird». Und Kämpfer Mavropanos ihm helfen kann, seine heikle Mission erfolgreich zu Ende zu bringen.

© dpa

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