«In eigener Hand»: VfB lässt Sieg liegen

Die Torchancen des VfB Stuttgart hätten auch für zwei Spiele gereicht, doch in Bielefeld stand es am Ende nur 1:1. Dennoch schauen die Verantwortlichen nach einer guten Leistung positiv nach vorne - und sind in Gedanken auch bei einem verletzten Spieler des Gegners.
Stuttgarts Waldemar Anton und Hiroki Ito (r) stehen bei Spielende enttäuscht auf dem Platz. © Friso Gentsch/dpa

Der VfB Stuttgart kann nur hoffen, dass die zwei liegengelassenen Punkte am Ende der Saison nicht schwerer wiegen, als es nach dem Schlusspfiff zunächst aussah. Zwar setzte sich der VfB mit dem 1:1 (1:0) beim direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld einen Punkt von der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga ab, bei mehr Ruhe und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor hätten es aber auch drei auf den Relegationsplatz sein können.

An den letzten sechs Spieltagen könnte das noch eine Rolle spielen, ist der Abstiegskampf doch nach wie vor sehr eng. «Es fühlt sich wie zwei Punkte zu wenig an für die Leistung, die wir abgerufen haben beziehungsweise die Chancen, die wir hatten», erklärte Trainer Pellegrino Matarazzo in der ARD-«Sportschau».

Sven Mislintat aber sah zunächst einmal vor allem das Positive. «Wir haben es in der eigenen Hand», sagte der Stuttgarter Sportdirektor bei «Sky» zur Situation. Das Restprogramm habe es zwar in sich, doch mit Ausnahme vielleicht des Duells am vorletzten Spieltag bei Rekordmeister FC Bayern München besitze der VfB in jeder Partie eine Siegchance - auch am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) zu Hause gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Dabei war auch Mislintat klar, dass die Stuttgarter vor den 26 011 Zuschauern «drei Punkte klar verdient gehabt hätten». Die Mannschaft habe es sehr gut gemacht - «mit Ausnahme der Chancenverwertung». Besonders Omar Marmoush hatte in der 40. Minute die große Chance, die 1:0-Führung durch den Handelfmeter von Sasa Kalajdzic (25.) auszubauen und damit möglicherweise früh für eine Vorentscheidung zu sorgen. «Das wäre ein richtiger Punch gewesen», meinte Mislintat. Dann wäre es für Bielefeld «doppelt schwer» geworden. Doch Marmoush schob den Ball, allein vor Torwart Stefan Ortega, am Tor vorbei.

Auch beim Kopfball von Konstantinos Mavropanos an den Innenpfosten (78.), den sein Abwehrkollege Waldemar Anton zudem noch über die Linie hätte drücken können, und bei weiteren hochkarätigen Torchancen hätte sich der VfB auf die Siegerstraße bringen können. Doch so blieb es nach dem Gegentor von Florian Krüger (59.) beim 1:1.

Immerhin hat der VfB aus den vergangenen vier Spielen beachtliche acht Punkte geholt - und damit im Abstiegskampf eine deutlich bessere Ausgangsposition als noch vor ein paar Wochen. Außerdem waren die Gedanken neben der sportlichen Situation auch beim Bielefelder Stürmer Fabian Klos. Der 34-Jährige und sein Mitspieler Alessandro Schöpf waren kurz vor dem Schlusspfiff mit den Köpfen zusammengerasselt. Schöpf stand schnell wieder, Klos aber wurde mit einer Trage vom Platz und ins Krankenhaus gebracht.

Zu den vielen Protagonisten, die dem Kult-Stürmer «gute Besserung» wünschten, zählte auch Kalajdzic. Er bewies nicht nur Nervenstärke beim Elfmeter, sondern nach Klos' Zusammenprall auch seine Qualitäten als hilfsbereiter Sportsmann. Kalajdzic eilte den Sanitätern entgegen, nahm ihnen die Trage ab und sprintete damit zu Klos, der sich im Oktober 2013 schon einmal schwer am Gesicht verletzt hat.

«Dem Sasa ist es halt einfach zu langsam gegangen. Da er sich, was den Speed angeht, wahrscheinlich überlegen gefühlt hat gegenüber den Sanitätern, hat er das beschleunigt», beschrieb Arminia-Trainer Frank Kramer die Szene und bedankte sich. Die Stuttgarter drücken Klos nun die Daumen, dass er sich bald wieder erholt. Und sich selbst, dass die zwei Punkte am Saisonende nicht fehlen werden.

© dpa
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