Gewerkschaft erteilt Schulpolitik eine Ohrfeige

Nach ihrer Entscheidung über zwei Projekte zur Bildungsgerechtigkeit an Grundschulen wird die Landesregierung von der zuständigen Gewerkschaft mächtig abgewatscht. «Das ist bitter und mutlos», sagte Monika Stein, die baden-württembergische Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem «Badischen Tagblatt» (Freitag). «Ich kann doch nicht von Bildungsgerechtigkeit reden und dieses Ziel nicht mit Leben füllen.»
Medizinische Masken und Schultaschen hängen in einer Schulgarderobe. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Stets werde derzeit auf den Aufstieg der Hansestadt Hamburg hingewiesen, die noch vor zehn Jahren zu den letztplatzierten drei Ländern gehörte und nun zur Spitzengruppe im Bildungsranking zählt. Doch während die grün-schwarze Koalition für einen Modellversuch in drei Schulamtsbezirken jeweils knapp 200.000 Euro im Jahr und pro Region investiere, gebe Hamburg diesen Betrag pro Schule aus. «Und wenn ich als reiches Baden-Württemberg sage, wir gucken dahin, dann müssen wir aber auch richtig hingucken und kupfern das, was gut läuft, auch tatsächlich ab», sagte Stein.

Es passiere zu wenig, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende. Dabei seien die Schlüsselressorts und -positionen der Regierung in grüner Hand. «Die Grünen könnten jetzt beweisen, dass und wie grüne Bildungspolitik geht», sagte Stein. «Mehr Möglichkeiten haben sie in keinem anderen Bundesland, grüne Politik auch tatsächlich umzusetzen.»

Anlass für Projekte und Kritik ist unter anderem eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), nach der Jungen und Mädchen der vierten Klasse im Südwesten zunehmende Probleme beim Lesen und Zuhören haben. Der Anteil der starken Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard in Deutsch und Mathematik schaffen oder übertreffen, ist gesunken. Fast jedes fünfte Kind schafft die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht. Beim Leistungstest schnitten insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder mit einem Zuwanderungshintergrund schlechter ab.

© dpa
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