Zollämter mit mehr Einnahmen: Karlsruhe an der Spitze

Die Pandemie lähmte auch im vergangenen Jahr noch Lieferketten und Reiselust. Bei den Zollämtern im Südwesten steigen die Einnahmen trotzdem wieder deutlich an.
Ein Beamter trägt während seines Dienstes eine Schutzweste mit der Rückenaufschrift "Zoll". © Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Der florierende Zigarettenschmuggel und mehr kontrollierte Waren infolge des Brexits haben dem Zoll in Baden-Württemberg im Jahr 2021 höhere Einnahmen beschert. Landesweit an der Spitze steht nach Angaben vom Donnerstag das Hauptzollamt Karlsruhe mit 8,5 Milliarden Euro. Ob Schmuggel mit Elfenbeinfiguren, Dopingmittel oder der Kampf gegen Schwarzarbeit: Die Beamten in Karlsruhe hatten gut zu tun und konnten so die Einnahmen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 (7,7 Mrd Euro) steigern.

Das Abfertigungsvolumen in Karlsruhe wuchs im vergangenen Jahr nicht zuletzt wegen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU auf mehr als 15 Millionen Warenpositionen zur Ein- und Ausfuhr. Die Zöllner kontrollierten mehr als 44 000 Personen, beispielsweise am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Zudem untersuchten sie rund 14 000 Pakete bei den sechs Zollämtern im Bezirk.

Auch das Hauptzollamt Stuttgart verzeichnete mit 4,6 Milliarden Euro einen neuen Einnahmerekord, wie die Behörde mitteilte. Trotz der Störungen in den Lieferketten habe das Amt wieder mehr Sendungen abgefertigt als noch 2020. Am Flughafen Stuttgart stoppten die Zollbeamten demnach trotz weiter niedriger Passagierzahlen Schmuggelwaren im Wert von 1,5 Millionen Euro. Am häufigsten stießen die Zöllner auf Zigaretten (knapp 500.000 Stück) sowie Goldschmuck (31 Kilogramm).

Die Mitarbeiter des Hauptzollamts in Ulm berichten ebenfalls von einer Zunahme der Einnahmen auf 2,6 Milliarden Euro in 2021. Sie beschäftigt derzeit vor allem ein Trend: Zigarettenschmuggel durch Kleintransporter aus Osteuropa. Allein 20 solcher Transporte haben die Beamten in den vergangenen Monaten den Angaben zufolge aus dem Verkehr gezogen. Insgesamt kontrollierten die Ulmer Zöllner im vergangenen Jahr rund 11.000 Fahrzeuge und 18.000 Menschen. Einer der größten Funde war dabei ein Transport mit 420.000 Potenzpillen aus Polen.

© dpa
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