Aus für deutsch-französische Fessenheim-Firma besiegelt

Die deutsch-französische Firma für einen Gewerbepark beim stillgelegten elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim wird nur eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung frühzeitig aufgelöst. Die Aktionäre der Gesellschaft Novarhéna billigten am Freitag einen entsprechenden Vorschlag des Verwaltungsrats, wie das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald der Deutschen Presse-Agentur in Freiburg bestätigte. Grund sei vor allem, weitere Ausgaben zu vermeiden.
Das Atomkraftwerk Fessenheim in Ostfrankreich. © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Im April vergangenen Jahres hatten sich 17 deutsche und französische Partner zusammengefunden, um nach der Schließung des elsässischen Atomkraftwerks die wirtschaftliche Entwicklung in dem Gebiet anzukurbeln. Das Kraftwerk Fessenheim war im Sommer 2020 nach 42 Betriebsjahren stillgelegt worden. Vor allem aus Deutschland hatte es viel Kritik an der Altanlage gegeben.

Mehrere Partner berichteten, das zur Verfügung stehende Areal umfasse wegen Umweltschutzauflagen nur noch 55 Hektar. Wie es zudem zuverlässig hieß, ist knapp die Hälfte des ursprünglichen Kapitals von einer Million Euro aufgebraucht. Das verbliebende Kapital solle an die Aktionäre zurückgehen.

Deutsche Anteilseigner sind bei der nach französischem Recht organisierten Gesellschaft mit insgesamt 14,5 Prozent im Boot, wie das Landratsamt berichtet hatte. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hatte bei Novarhéna 20.000 Euro eingebracht.

Die gemeinsame Entwicklung eines Projekts zur Nachnutzung des Gebiets rund um das AKW Fessenheim hat in beiden Ländern hohe politische Priorität. Das Vorhaben gehört zu einer von Berlin und Paris fest vereinbarten Liste, um den Aachener Vertrag für die deutsch-französische Zusammenarbeit umzusetzen. Der neue Vertrag war im Januar 2019 von Frankreichs Staatschef Emmanuel Marcon und der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unterschrieben worden.

Vom Hochschulverbund EUCOR wurde eine Machbarkeitsstudie mit möglichen Projekten entwickelt. Die Prüfung dieser Studie ist in Baden-Württemberg noch nicht abgeschlossen, wie das Stuttgarter Staatsministerium schon vor dem Aus für Novarhéna berichtet hatte. Das Land sei weiter gewillt, sich bei dem Zukunftsprozess für Fessenheim zu engagieren. «Aus Sicht des Landes wäre es dabei wichtig, dass die französische Seite hier die Federführung übernehmen würde, da sich die freien Flächen auf französischen Boden befinden würden», teilte ein Sprecher der Behörde von Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) auf Anfrage mit.

© dpa
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