Badischer Wein wird teurer: Guter Jahrgang erwartet

Weil Winzer deutlich mehr für Energie und Glasflaschen ausgeben müssen, soll badischer Wein teurer werden. «Wir müssen den Weinpreis nach oben korrigieren», sagte der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Rainer Zeller, am Montag in Waldkirch (Landkreis Emmendingen). Prozentzahlen für Steigerungen nannte Zeller nicht - das sei Sache eines jeden Betriebes.
Trauben liegen auf einem Weinberg in einem Bottich. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Geschäftsführer Holger Klein rechnet bei der Weinlese mit einem «sehr ordentlichen Ertrag und hohen Qualitäten.» Er fügte hinzu: «Es ist erstaunlich, wie die Reben die Trockenheit ausgehalten haben.» Schätzungsweise dürfte der Ertrag 1 bis 1,2 Millionen Hektoliter erreichen. Das wäre deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als den Winzerinnen und Winzer der hohe Pilzbefall zu schaffen gemacht hatte.

Im separaten Anbaugebiet Württemberg sind die Aussichten gedämpfter. «Die Weinberge litten vielerorts unter der Dürre des diesjährigen trockenen Sommers», teilte der Geschäftsführer des Weinbauverbandes Württemberg, Hermann Morast, auf Anfrage mit. «Bei deutlichen Ertragseinbußen im Vergleich zu einem Durchschnittsjahr erwarten wir dennoch sehr gute Weinqualitäten.» Die Hauptlese werde Mitte September in allen Regionen Württembergs beginnen. In Baden beginnt die Hauptlese um den 14. September, doch einige Betriebe starteten bereits, beispielsweise bei der Rebsorte Gutedel, wie Klein sagte.

Agrarstaatssekretärin Sabine Kurtz (CDU) wies in Waldkirch auf die Folgen des Klimawandel hin. Der Weinbau werde besonders hart getroffen. Bereits seit drei Jahren fördere das Land sogenannte Ertragsversicherungen für die Branche. Abgesichert werden demnach Risiken bei Frost, Sturm und Starkregen. Das Projekt solle fortgeführt werden, sagte Kurtz.

Im vergangenen, vergleichsweise feuchten Jahr hatten vor allem Pilzbefall, Spätfröste im Frühjahr und die Kirschessigfliege die Erträge auf landesweit 1,77 Millionen Hektoliter Weinmost schrumpfen lassen. Während dabei der Rückgang in Baden laut Angaben des Statistischen Landesamts im Vergleich zum Vorjahr 17 Prozent auf 903.000 Hektoliter betrug, stieg die Mostmenge in Württemberg um 16 Prozent auf 869.000 Hektoliter an.

Bezogen auf die Rebfläche liegen die Anbaugebiete Baden und Württemberg in Deutschland auf Platz drei beziehungsweise vier. Größer sind nur die Gebiete Rheinhessen und Pfalz.

© dpa
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