Beziehungskonzept der Zukunft: Monogamie, Polyamorie oder alles offen?!

Ist der Mensch wirklich dazu gedacht, sich einen Partner oder eine Partnerin zu suchen und in einer monogamen Beziehung gemeinsam das Leben zu verbringen oder gibt es noch viel mehr da draußen außer diesem klassischen Beziehungsmodell? Mittlerweile treffen wir selbst im Alltag im häufiger auf Menschen, die in offenen Beziehungen, polyamorös oder in anderen Beziehungsformen leben und damit glücklich sind. Es scheint als hätte die monogame Beziehung bald ausgedient und andere Konzepte erobern die Zukunft. Wir haben an dieser Stelle die wichtigsten Infos zu den verschiedenen Beziehungsmodellen zusammengefasst.

Deshalb brauchen wir überhaupt Beziehungen

Der Mensch ist ein soziales Wesen und kann fast nicht ohne andere Menschen überleben. Er braucht unbedingt Beziehungen zu anderen. Allerdings ist dabei nicht nur der soziale Kontakt mit anderen Personen wichtig, sondern auch, dass man selbst Liebe erfährt. Denn ohne Liebe können wir uns leicht selbst verlieren.

Beziehungen machen uns stärker, festigen unseren Selbstwert und definieren uns ein stückweit. Das gilt nicht nur für feste, monogame Beziehungen, sondern auch für kleine One-Night-Stands und Affären.

Neben dieser Liebe, die sich aus Körperlichkeit, Intimität und Vertrautheit zusammensetzt, benötigen wir außerdem freundschaftliche Beziehungen, die uns ebenfalls zum Teil zu dem machen, was wir sind. Vielleicht haben sich deshalb die monogamen Beziehungen mit der Zeit entwickelt.

Monogame Beziehung

Es ist ein Beziehungskonzept, das heutzutage heiß diskutiert wird. Viele Menschen hinterfragen, ob es noch zeitgemäß ist. Bei der monogamen Beziehung entscheiden sich beide Partner zu 100 Prozent füreinander. Es geht um Treue und Vertrauen, in guten, wie in schlechten Zeiten. Es ist ein Konzept, das es als Überbleibsel aus der Bibel geschafft hat bis heute zu überdauern.

Natürlich hat eine monogame Beziehung heute noch ihre Berechtigung, weil es eben vielen Menschen zusagt. Allerdings hat es auch Nachteile. Größter Kritikpunkt ist wohl die eingeschränkte Freiheit, die beide Parteien in der Beziehung akzeptieren müssen.

Oft ist nach einem Fehltritt, wie einem Seitensprung, die komplette Beziehung kaputt. Mitunter werden viele gemeinsame Jahre einfach weggeworfen, wegen eines Fehltritts, statt sich gemeinsam damit auseinander zu setzen und miteinander darüber zu sprechen, wie man die Situation anders lösen kann.

Es ist nämlich auch in einer monogamen Beziehung möglich, dass man sich in jemand anderes verknallt oder sogar verliebt.

Gründe für alternative Beziehungsmodelle

In den Köpfen der Menschen findet aktuell ein Umdenken statt. Es geht immer häufiger weg von der Monogamie, die Neugier auf alternative Beziehungsformen wächst, genauso wie die Anforderungen von Menschen in Beziehungen. Es geht nicht mehr unbedingt nur darum sich einem anderen komplett zu verschreiben oder gar besessen zu werden oder zu besitzen.

Wenn man nicht zusammenpasst, wird sich heute häufiger getrennt. Das war vor noch wenigen Jahrzehnten gar nicht erst möglich. Auf diese Weise hat sich auch die Sicht auf die Beziehungen geändert und es kristallisieren sich verschiedene neue Beziehungsformen heraus, die nebeneinanderher existieren können.

Geöffnet, aber dennoch monogam

Es ist wohl der erste Schritt von einer monogamen in eine offene Beziehung. Es hat ganz viel mit Neugier zu tun. Paare möchten etwas Neues ausprobieren und aus ihrem strengen monogamen Beziehungsalltag ausbrechen. Sie können sich beispielsweise eine zusätzliche Person beim Liebesspiel hinzunehmen und mit den Ansätzen einer offenen Beziehung experimentieren. Die Besonderheit dabei ist, dass die Paare es gemeinsam tun. Das sorgt für mehr Vertrauen und kann zudem frischen Wind in eine Beziehung bringen.

Dabei sollten jedoch im Vorfeld bestimmte Regeln festgelegt werden. Gerade dann, wenn erste Erfahrungen auf diesem Feld gesammelt werden, sollten die Schritte mit Vertrauen und gegenseitigem Respekt gewagt werden.

Offene Beziehung

Bei einer offenen Beziehung geht es darum, dass beide Parteien zwar zusammen sind und sich lieben, allerdings ist für einen oder beide Sex mit Dritten erlaubt. Hier ist es ebenfalls wichtig, bestimmte Regeln aufzustellen, denn ansonsten kann eine offene Beziehung eine Menge emotionalen Stress für beide bedeuten.

Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Basis für dieses Beziehungsmodell. Dabei ist es wichtig, dass die Beziehung vorher schon stark war. Eine bereits kaputte Partnerschaft lässt sich mit einer Öffnung nicht mehr reparieren.

Nicht zu verwechseln mit Polyamorie

Es ist selbstverständlich möglich, dass ein Mensch mehrere andere Menschen lieben kann. Auch in einem partnerschaftlichen Sinn. Die Polyamorie geht deshalb einen Schritt weiter als die offene Beziehung. Hier werden gleich mehrere Menschen geliebt. Entweder leben die Partnerinnen und Partner dann sogar zu vielt zusammen oder überlegen sich andere Konstellationen. Es muss nicht einmal unbedingt heißen, dass sich alle gleich viel lieben.

Wie bei den anderen Beziehungsformen ist es hier wichtig, dass entsprechende Regeln aufgestellt werden, um sich gegenseitig zu respektieren und niemanden zu verletzen. Gerade dann, wenn Liebe im Spiel bist, ist das leider schneller geschehen, als einem lieb ist.

Viele Gefahren

Bei alternativen Beziehungsmodellen können viele Gefahren lauern. Deshalb ist es im Vorfeld wichtig sicherzustellen, dass wirklich alle Beteiligten mit der Situation einverstanden sind. Das bildet die Basis. Ansonsten kann es für eine oder mehrere Personen ganz schnell in großem Leid und Liebeskummer enden. Auch das Thema Eifersucht ist auf keinen Fall zu unterschätzen.

Welches Modell hat denn nun Zukunft?

Am Ende kommt es darauf an, was man selbst will. Wenn man sich vorstellen kann, seine Partnerin oder einen Partner mit anderen Menschen zu teilen, kann man sich vorsichtig an die Themen Offene Beziehung und Polyamorie heranwagen. Dennoch ist nichts Verwerfliches daran, wenn man lieber in einer monogamen Beziehung leben möchte.

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