Asien hängt europäische Schiffbauer weiter ab

23.05.2022 Durch staatliche Subventionen der asiatischen Werften in Milliardenhöhe seien «normale Marktmechanismen außer Kraft gesetzt», klagt der deutsche Werftenverband.

Nur ein Prozent des Auftragsvolumens von rund 30 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) haben Reeder aus der EU auch an die EU vegeben. © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Europas Werften geraten aus Sicht der deutschen Schiffbauer immer weiter gegenüber der asiatischen Konkurrenz ins Hintertreffen.

Von einem Auftragsvolumen von rund 30 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) hätten Reeder aus der EU im vergangenen Jahr 57 Prozent nach Südkorea und 38 Prozent nach China vergeben; in der EU sei nur ein Prozent davon gelandet, berichtet der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). «Europa hat nach zwei schwachen Jahren noch mal an Boden verloren bei den neuen Aufträgen», sagt VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Ähnlich sehen die Verhältnisse beim rund vier Milliarden Euro großen Auftragsvolumen deutscher Reeder aus.

Containerschiffe: Markt hat sich 2021 verdoppelt

Der VSM beklagt seit Jahren, dass China und Südkorea ihre Werften mit Milliardensubventionen stützen. «Normale Marktmechanismen werden aufgrund der staatlichen Eingriffe in Asien außer Kraft gesetzt», sagt Lüken. Trotz Rekordnachfrage in einigen Marktsegmenten seien auch 2021 Preise aufgerufen worden, die um bis zu 30 Prozent unter den Preisen von 2007 lägen und «definitiv nicht kostendeckend» seien. Nach der Corona-Delle 2020 habe sich der Weltmarkt für neue Schiffe 2021 etwa verdoppelt, vor allem Containerschiffe, aber auch der Gastankermarkt weise «historische Bestellhöchstwerte» auf.

Vor diesem Hintergrund droht Europa laut VSM der Totalverlust des Seeschiffbaus. «Wir müssen etas tun, damit wir diese Branche, diese strategische Fähigkeit in Europa nicht verlieren. Wenn wir das nicht geschafft haben, bleiben uns noch 10 Jahre», sagte Lüken. «Danach wird Europa im Seeschiffbau keine signifikante Rolle mehr spielen, weil einfach die Akteure nicht mehr da sind.»

Die EU-Sanktionen gegen russische Milliardäre sind aus Sicht des Werftenverbandes VSM für die deutschen Megajachtbauer keine Katastrophe. Der Markt sei entgegen dem öffentlichen Eindruck nicht ausschließlich ein Markt der russischen Oligarchen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Reinhard Lüken, am Montag in Hamburg. Der Markt für Superjachten habe «eben doch einen deutlich größeren Kundenstamm» und die Bedeutung der russischen Kunden habe in den vergangenen Jahren sogar «an Bedeutung eher abgenommen» im Vergleich zu Kunden aus Amerika und dem Mittleren Osten.

Deutsche Werften in einem Bereich Weltspitze

Die EU-Sanktionen gegen russische Milliardäre als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine hatten Megajachten ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gerückt. Der Bau dieser technologisch anspruchsvollen und oft mehrere hundert Millionen Euro teuren Schiffe gehört zu den wenigen kleinen, aber feinen Nischen im Weltschiffbau, in denen deutsche Werften zur Weltspitze gehören. Sie dürfen derzeit keine Schiffe für russische Oligarchen bauen, umrüsten oder reparieren, die auf der Sanktionsliste der EU stehen.

Der Verband hat keine Angaben darüber, in welchem Ausmaß genau die Sanktionen deutsche Hersteller von Superjachten treffen. «Der Markt der Megajachten ist ein diskreter Markt, so dass ich wirklich nicht sagen kann, in welcher Weise sich das auswirken wird», sagt VSM-Präsident Harald Fassmer. «Natürlich ist die Situation aktuell nicht schön für unsere Mitglieder in dem Markt, aber sie ist auch nicht katastrophal», fügt Hauptgeschäftsführer Lüken hinzu.

© dpa

Weitere News

Top News

Tv & kino

Featured: Strange World: Kinostart und Handlung des neuen Animationsfilms von Disney bekannt gegeben

Sport news

Schwimm-WM: Der Freiwasser-König: Wellbrock holt Fünf-Kilometer-Gold

Job & geld

Unkalkulierbare Risiken: Sparkassenverband tritt bei Bitcoin-Handel auf die Bremse

Auto news

Mercedes und der Pariser Chic: Autohersteller setzen auf Luxus

Tv & kino

Featured: Wann kannst Du Star Trek: Strange New Worlds in Deutschland streamen? Alle Infos zum Start

Das beste netz deutschlands

Echt oder eingekauft? : Nicht auf Fake-Bewertungen im Netz reinfallen

Tv & kino

Featured: Das Mädchen auf dem Bild: Die wahre Geschichte von Franklin Delano Floyd und Sharon Marshall

Das beste netz deutschlands

Featured: iPhone 13: Akkukapazität und Akkulaufzeit der verschiedenen Modelle

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Konkurrenz: Werftenverband: Asien hängt europäische Schiffbauer ab

Wirtschaft

Ukraine-Konflikt: Vermögen russischer Oligarchen schwer zu greifen

Wirtschaft

Schiffbauer: Rasches Ja zu weiteren Werftenhilfen

Wirtschaft

Windkraft-Ausbau: Offshore-Windindustrie: Fachkräftemangel gefährdet Bauziele

Ausland

Krieg in der Ukraine: US-Regierung setzt Putins Töchter auf Sanktionsliste

Wirtschaft

Transport: Auftragsbestand für neue Containerschiffe auf 14-Jahres-Hoch

Wirtschaft

Militär: Thyssenkrupp Marine Systems zeigt Interesse an MV-Werften

Regional niedersachsen & bremen

Windenergie: IG Metall: Habeck soll Plattform-Produktion anschieben