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Weihnachten für die Tonne? Die Verpackungsflut der Feiertage

Alle Jahre wieder quellen Altpapiertonnen und gelbe Säcke über - der Grund sind Massen an Geschenkpapier und Berge von Kartons. Können Mehrwegversandtaschen helfen?
Die Verpackungsflut der Feiertage
Millionen Tonnen Verpackungsmüll kommen jedes Jahr in deutschen Haushalten zusammen. Um die Feiertage herum ist es besonders viel. © Alexandra Schuler/dpa

In der Adventszeit stapeln sich wieder Berge von Versandkartons in Wohnungen. Schließlich werden Weihnachtsgeschenke oftmals im Onlinehandel bestellt - und das bedeutet eine Verpackungsflut aus Altpapier und Plastik. Das kann nicht nur nervig sein, sondern ist auch schlecht für die Umwelt.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt auf seiner Webseite vor einem höheren Verpackungsverbrauch rund um Weihnachten durch den zunehmenden Versandhandel und kleinteilig verpackte Produkte. Viele Geschenke würden online bestellt und einzeln in Einwegversandverpackungen geliefert. Dem UBA zufolge sind allein im Jahr 2020 18,8 Millionen Tonnen Verpackungsmüll in deutschen Haushalten zusammengekommen. Um die Feiertage herum ist es besonders viel - Expertinnen und Experten schätzen 20 bis 30 Prozent mehr als an anderen Tagen.

Große Anbieter testen Mehrwegversandtaschen

Eine Alternative können Mehrwegversandtaschen sein. Getestet wird das unter anderem beim Handelskonzern und Kaffeeröster Tchibo. Verbraucherinnen und Verbraucher können dabei die Geschenke für die Familie online bestellen und erhalten sie in einer Mehrwegtasche aus 70 Prozent recyceltem Kunststoff. Diese wird dann zurück an das Unternehmen geschickt - und zwar auch, wenn man die gesamte Bestellung behalten möchte. Die leere Tüte kann man Tchibo zufolge entweder in den Briefkasten werfen oder in einer Filiale abgeben. Für Verbraucher entstünden keine Mehrkosten. Aber bringen die Kunden die Taschen wirklich zurück? Obwohl es noch keine Pfand- oder andere Anreizsysteme gebe, habe es bei zwei ersten Projekten Rücklaufquoten von 81 und 75 Prozent gegeben, sagte eine Sprecherin von Tchibo.

Auch der Versandhändler Otto hat schon Mehrwegversandtaschen getestet - und das mit positivem Ergebnis. Es habe eine hohe Bereitschaft gegeben, die leere Verpackung wieder zurückzubringen und dafür auch einen Pfand zu hinterlegen, den man beim Zurückbringen zurückerhält, sagte ein Sprecher. «In dem Test hatten wir eine Rücklaufquote von 74 Prozent». Allerdings sei es dort für Kunden und Kundinnen nur möglich gewesen, die Mehrwegverpackungen bei einem Logistikunternehmen abzugeben. «Bei einem regulären Einsatz von Mehrwegverpackungen muss auf jeden Fall das Ziel sein, diese Rückfuhrquote noch zu steigern, damit der Einsatz auch ökologisch sinnvoll ist», so der Sprecher. Zudem müssten noch Herausforderungen in der IT gelöst werden - etwa die Auswahl von Mehrwegverpackungen in den Bestellprozess zu integrierten. Das sei leider nicht ganz einfach umzusetzen.

Tipps für nachhaltig(er)es Verschenken

Auch bei Tchibo sind noch einige Prozesse in Gang. Die Klebelast der Label sei beispielsweise sehr unterschiedlich. «Das Entfernen des Retouren-Labels dauert länger als gedacht. Auch bleiben Klebereste bestehen», sagte eine Sprecherin. «Die Taschen werden natürlich dennoch weiter benutzt. Mittlerweile nutzen wir andere Klebstoffe.» Und es lasse sich auch noch nicht sagen, nach wie vielen Wegen auch eine Mehrwegtasche schlussendlich recycelt werden müsse. Man befinde sich noch in der Testphase.

Ob sich also flächendeckend Mehrwegversandtaschen einführen lassen, ist noch ungewiss. Das UBA hat aber auch so Tipps, um die Müllflut rund um die Feiertage zu reduzieren: «Das Online-Shoppen an sich ist nicht zwingend mit mehr Umweltbelastungen verbunden», sagte eine Sprecherin. Es sei wichtiger, was und wie viel gekauft werde als wo und wie. So könnten Kunden auf Langlebigkeit von Produkten achten. Und auch bei Geschenkpapier könne Müll vermieden werden. «In der Weihnachtszeit werden die meisten Geschenke extra in Geschenkpapier oder anderen Einweggeschenkverpackungen verpackt», so die Sprecherin. Stattdessen könnten wiederverwendbare Verpackungen genutzt werden.

© dpa ⁄ Stella Venohr, dpa
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