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Wasserstoff für Endkunden langfristig nicht teurer als Gas

Wie können die Gasverteilnetze künftig genutzt werden, wenn nicht mehr mit fossilem Erdgas geheizt werden darf? Zum Transport von grünem Wasserstoff, sagt der Verband DVGW. Wie sieht es mit den Kosten aus?
Thermostat einer Heizung
Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Kommt bei der Energiewende auch klimaneutral hergestellter Wasserstoff für das Beheizen von Ein- und Mehrfamilienhäusern infrage? Der Gas- und Wasserverband DVGW, der unter anderem den Großteil der Erdgasnetzbetreiber vertritt, sagt ja - und verweist auf eine neue Studie, die er selbst in Auftrag gegeben hat.

Laut der Untersuchung des Beratungsunternehmens Frontier Economics werde grüner Wasserstoff 2035 für Endkunden zwischen 12 und 17 Cent je Kilowattstunde kosten, berichtete der Verband am Donnerstag. Der Preis für Erdgas wird demnach unter Berücksichtigung steigender CO2-Preise dann zwischen 9 und 11 Cent liegen. Biomethan werde etwa 10 bis 13 Cent kosten - je nach verwendeter Biomasse bei seiner Erzeugung. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Gaspreis lag im Juli laut Energiewirtschaftsverband BDEW für Einfamilienhäuser bei 14,8 Cent je Kilowattstunde und bei Mehrfamilienhäusern bei 14,5 Cent.

Geringere Kosten für Wasserstoffherstellung

«Nach 2035 könnten die Endkundenpreise für Wasserstoff sinken und sich denen von Erdgas annähern», berichtete der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) weiter. Wesentliche Treiber hierfür seien geringere Kosten der Wasserstoff-Produktion sowie steigende CO2-Preise im Rahmen des Emissionshandels. 2045 könnten die Bezugskosten für Wasserstoff auf 11 bis 15 Cent je Kilowattstunde sinken. Erdgas darf laut Gebäudeenergiegesetz ab 2045 nicht mehr zu Heizzwecken verwendet werden, um klimaneutral zu werden.

«Die Ergebnisse der Untersuchung sind ein starker Indikator dafür, dass Wasserstoff auch im Wärmesektor zukünftig wettbewerbsfähig sein kann», sagte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke laut Mitteilung. Studien hätten zudem die Wasserstofftauglichkeit des bestehenden Gasnetzes belegt.

Im DVGW sind knapp 3500 Unternehmen Mitglied, darunter zahlreiche Stadtwerke. Laut Verband sind 91 Prozent der Gasnetzbetreiber Mitglied.

Greenpeace: Wasserstoff zu kostbar

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lehnt die Verwendung von Wasserstoff zu Heizzwecken im Gebäudebereich ab. «Dafür sind die Wirkungsgradverluste bei der Herstellung zu groß und machen Wasserstoff zu teuer und zu kostbar», heißt es in einer Stellungnahme zur Wärmewende. Zwar könne grüner Wasserstoff oder daraus hergestelltes synthetisches Methan ähnlich wie Erdgas eingesetzt werden. «Aber bei der Umwandlung geht enorm viel Energie verloren, weshalb sie viel erneuerbaren Strom und damit Fläche brauchen.» Damit stünden sie nicht unbegrenzt zur Verfügung. «Sie zum Heizen für Gebäude zu verwenden, wäre die reinste Verschwendung.»

© dpa
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