Swiss Re: Katastrophenschäden von 115 Milliarden Dollar

Naturkatastrophen haben in diesem Jahr weltweit überdurchschnittlich hohe Schäden verursacht. 2022 wäre damit das zweite Jahr in Folge mit geschätzten Versicherungsschäden von mehr als 100 Milliarden.
Völlige Zerstörung nach dem Durchzug von Hurrikan «Ian» auf San Carlos Island in Florida. © Rebecca Blackwell/AP/dpa

Der Hurrikan Ian sowie Überschwemmungen und Hagelstürme haben 2022 weltweit für große Zerstörung gesorgt und mutmaßlich überdurchschnittlich hohe Versicherungsschäden verursacht.

Der Rückversicherer Swiss Re schätzt die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen in diesem Jahr auf 115 Milliarden US-Dollar. Damit liegt die Summe nach vorläufigen Schadenschätzungen weit über dem Zehnjahresdurchschnitt von 81 Milliarden Dollar, wie der Konkurrent der Munich Re und der Hannover Rück am Donnerstag mitteilte.

2022 wäre damit das zweite Jahr in Folge mit geschätzten Versicherungsschäden von mehr als 100 Milliarden. Der Trend der vergangenen zehn Jahre setze sich fort, wonach die Summe pro Jahr um durchschnittlich 5 bis 7 Prozent steige, schreibt Swiss Re.

Rund 45 Prozent der wirtschaftlichen Schäden würden in diesem Jahr von der Versicherungswirtschaft getragen. Mit anderen Worten erreichten die gesamten wirtschaftlichen Schäden über 250 Milliarden Dollar.

Den größten Schaden als Einzelereignis verursachte der Hurrikan Ian mit geschätzten Versicherungsschäden von 50 bis 65 Milliarden Dollar. Der Wirbelsturm der Kategorie 4 traf Ende September im Westen des US-Bundesstaats Floridas auf Land, verbunden mit extremen Windstärken, starken Regenfällen und einer Sturmflut.

«Extreme Wetterereignisse haben 2022 zu hohen Versicherungsschäden geführt und gezeigt, dass dieses Risiko auf dem Vormarsch ist und alle Kontinente betrifft», erklärte Martin Bertogg, der Naturkatastrophen-Experte von Swiss Re. «Die städtische Entwicklung, die Anhäufung von Werten in katastrophengefährdeten Gebieten, die Inflation und der Klimawandel sind Schlüsselfaktoren, die dazu führen, dass Extremwetter zu immer höheren Naturkatastrophenschäden führt.»

© dpa
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