Erste Reisewelle mit 9-Euro-Ticket hat begonnen

03.06.2022 Pfingsten gilt als erster Härtest für Fahrgäste und Bahnpersonal während der Rabattaktion. Viele machen sich auf den Weg. Auch in den kommenden Tagen wird großer Andrang erwartet.

Fahrgäste stehen dicht gedrängt am Frankfurter Hauptbahnhof an einer Regionalbahn. © Sebastian Gollnow/dpa

Überschattet vom Zugunglück in Bayern hat mit dem Pfingstwochenende die erste größere Reisewelle mit dem 9-Euro-Ticket begonnen. Bundesweit herrschte auf vielen Bahnsteigen und in Zügen reger Betrieb. Nach Bahnangaben war die Betriebslage aber für ein Pfingstwochenende normal.

Auch in den kommenden Tagen wird mit vollen Zügen gerechnet, besonders am Pfingstmontag. Erschütterung löste ein Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen aus, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn entgleiste am Mittag aus bislang unklarer Ursache.

Das 9-Euro-Ticket kann für Juni, Juli und August gekauft werden. Fahrgäste können damit einen Monat lang bundesweit Busse und Bahnen des Nahverkehrs nutzen. Rund sieben Millionen Aktionsfahrscheine wurden bis zum Start der Aktion verkauft. Zu Pfingsten werden besonders viele Fahrgäste erwartet. Viele Verkehrsunternehmen haben bereits angekündigt, dass etwa die Fahrradmitnahme nicht immer und überall möglich sein werde.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann rief Reisende und Ausflügler dazu auf, gelassen zu bleiben und Rücksicht auf andere zu nehmen. Auch Strecken abseits touristischer Höhepunkte seien interessant.

Mehr als jeder dritte Fernzug im Mai zu spät

Die Deutsche Bahn kämpft unterdessen mit erheblichen Verspätungen. Im Fernverkehr waren im Mai 62,7 Prozent der Fernzüge pünktlich, wie ein Bahnsprecher sagte. Das ist der niedrigste Monatswert seit Januar 2010, als ein schneereicher Winter die Züge bremste. «Weiterhin haben Baustellen insbesondere in vielbefahrenen Abschnitten des Netzes die Pünktlichkeit massiv beeinträchtigt.» Auch zu Pfingsten bremsen zahlreiche Baustellen den Verkehr aus.

Das betraf auch Regionalzüge. 92,3 Prozent von ihnen kamen pünktlich, der bislang schwächste Wert in diesem Jahr. Nach Bahn-Definition sind Halte mit weniger als sechs Minuten Verspätung pünktlich. Konzernchef Richard Lutz hatte am Montag das Ziel aufgegeben, im Gesamtjahr im Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity eine Pünktlichkeit von 80 Prozent zu erreichen. Im vergangenen Jahr waren 75 Prozent dieser Züge pünktlich gewesen.

© dpa

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