Lebensmittel «aus der Region»: Klare Regeln gefordert

28.03.2022 Kommt das Gemüse aus dem Nachbarland oder hunderte Kilometer weit her, obwohl es im Supermarkt als «regional» gekennzeichnet ist? Verbraucherschützer fordern eine eindeutige Kennzeichnung.

Bio-Gemüse liegt in einem Supermarktregal. © Sven Hoppe/dpa

Es brauche klare Regeln für die Herkunftsbezeichnung von Lebensmitteln aus der Region. «Wenn Möhren als regionales Produkt beworben werden, sollten sie nicht 500 Kilometer vom Supermarkt entfernt angebaut werden», sagte Christiane Seidel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Bislang seien Begriffe wie «Region» oder «regional» weder eindeutig gesetzlich definiert noch bestimmten, einheitlichen Anforderungen unterworfen, kritisieren die Verbraucherschützer.

EU-weite Lösung?

Sie fordern daher die Europäische Kommission auf, einheitliche Mindeststandards für die Regionalkennzeichnung zu etablieren. Die künftige Kennzeichnung von Herkunft und Regionalität von Lebensmitteln müsse leicht verständlich, einheitlich, vergleichbar und verbindlich sein, hieß es. «Wer "Eier von unseren Landwirten" in Brandenburg kauft, sollte keine Eier aus den Niederlanden im Korb haben», sagte Seidel.

Die Verbraucherschützerin schlägt vor, das Herkunftsland eines Produktes - wie Deutschland oder Frankreich - auf allen Lebensmitteln zu kennzeichnen. Verpflichtend angegeben werden muss das Herkunftsland bereits für viele Lebensmittel. Dazu gehören frisches Obst und Gemüse, Eier und frisches Rindfleisch.

Herkunftskennzeichnung für weitere Produkte?

Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) macht sich auf EU-Ebene für einen Ausbau der verpflichtenden Herkunftskennzeichnungen stark. Er und seine österreichische Amtskollegin Elisabeth Köstinger starteten dazu auch eine Initiative, mit der die EU-Kommission unter anderem aufgefordert wird, zügig einen Vorschlag für eine umfassendere Herkunftskennzeichnung vorzulegen.

Sie ist Teil einer Strategie der EU-Kommission für eine nachhaltigere Landwirtschaft («Farm to Fork»/«Vom Hof zum Teller»), wie es zur Erläuterung hieß. Geprüft werden soll demnach eine Ausdehnung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf Produkte wie Milch und Milch als Zutat, Fleisch als Zutat, Reis oder Tomaten in bestimmten Tomatenprodukten.

© dpa

Weitere News

Top News

Nationalmannschaft

WM in Katar: Gündogan über Menschenrechte: «Hier gibt es ein Problem»

Tv & kino

«Avatar»-Regisseur: James Cameron: Möchte Staffelstab weitergeben

Tv & kino

Filmwelt: Chris Evans will Netflix-Thriller mit Emily Blunt drehen

People news

Nachwuchs: US-Model Nicky Hilton bringt drittes Kind zur Welt

Auto news

Schub auch für Software?: VW will Europcar zur Mobilitätsplattform machen

Wohnen

Umlage für alle Kunden: Regierung will Preisexplosion bei Gas verhindern

Das beste netz deutschlands

Hurra, wir sind Kanonenfutter : «Starship Troopers Terran Command» angespielt

Das beste netz deutschlands

Featured: MacBook Air M1 vs. M2: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Empfehlungen der Redaktion

Familie

Herkunft von Lebensmitteln: Verbraucherschützer: «Aus der Region» nicht klar definiert

Wirtschaft

Nahrung: Vorstoß für mehr Herkunftskennzeichnungen bei Lebensmitteln

Wirtschaft

Agrar: Milliarden für Landwirte: Berlin reicht Plan bei EU ein

Wirtschaft

Frankreich: Pflicht-Herkunftsangabe bei auswärts serviertem Fleisch

Wirtschaft

Lebensmittel: Umweltbundesamt für Obst und Gemüse ohne Mehrwertsteuer

Wirtschaft

Lebensmittel: Greenpeace für höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch und Milch

Wirtschaft

Preise: Grüne machen Druck für Mehrwertsteuer-Aus bei Lebensmitteln

Wirtschaft

Lebensmittepreise : Null Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Milch?