Dow beendet schwache Woche tief im Minus

30.04.2022 Ein erstarkter US-Dollar und anziehende Ölpreise: Für Experten sind dies Zeichen für eine zunehmende Unsicherheit an den Märkten.

Es war eine schwache Woche für den US-Leitindex: Der Dow Jones endete tief im Minus. © Richard Drew/AP/dpa

Mit deutlichen Verlusten haben die US-Aktienmärkte eine schwache Woche abgeschlossen. Enttäuschende Quartalsberichte einiger Technologiekonzerne trübten am Freitag die zuletzt wieder aufgehellte Stimmung unter den Anlegern.

Die Volatilität an den Börsen bleibe hoch, sagte Marktexperte Jim Reid von der Deutschen Bank und verwies unter anderem auf den zuletzt erstarkten US-Dollar und wieder anziehende Ölpreise als Ausdruck der zunehmenden Unsicherheit.

US-Leitindex: Tiefster Stand seit Mitte März

Der Dow Jones Industrial bröckelte im Handelsverlauf stetig ab und beschleunigte seine Talfahrt im Schlussgeschäft. Letztlich stand ein Rückgang von 2,77 Prozent auf 32.977,21 Punkte auf den tiefsten Stand seit Mitte März zu Buche. Daraus resultierte für den US-Leitindex ein Wochenverlust von rund 2,5 Prozent. Für den Monat April liest sich die Dow-Bilanz mit rund minus 5 Prozent noch düsterer.

Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag 3,63 Prozent auf 4131,93 Zähler. Der Nasdaq 100 fiel um 4,47 Prozent auf 12 854,80 Punkte auf das niedrigste Niveau seit mehr als einem Jahr. Im April ist der technologielastige Index damit um mehr als 13 Prozent abgesackt, die schlechteste monatliche Performance seit der Finanzkrise im Jahr 2008.

Verbraucherstimmung in den USA verbessert sich nur langsam

Frische US-Konjunkturdaten hatten wenig Einfluss auf die Kurse. Die Stimmung der US-Verbraucher verbesserte sich im April nicht ganz so stark wie erwartet. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg zum Vormonat um 5,8 Punkte auf 65,2 Zähler. Die Ausgaben der US-Verbraucher legten im März deutlich zu. Der Arbeitskostenindex kletterte im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,4 Prozent nach oben.

Ein enttäuschender Quartalsbericht von Amazon sorgte für einen Kursverfall von mehr als 14 Prozent. Hohe Kosten ließen den Betriebsgewinn des Online-Handelskonzerns um 58 Prozent einbrechen. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal galt als Belastung. Analysten senkten reihenweise ihre Kursziele, viele von ihnen wollten die Nachrichten in Erwartung eines besseren zweiten Halbjahres aber auch nicht überbewerten.

Enttäuschende Perspektiven bei Tech-Riesen

Bei anderen Tech-Riesen wie Apple und Intel gab es Kursverluste von 3,7 beziehungsweise 6,9 Prozent wegen enttäuschender Perspektiven. Der iPhone-Hersteller übertraf zwar mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen, warnte aber vor stärkerem Gegenwind. Apple könnte vor allem wegen Lockdowns in Shanghai bis zu acht Milliarden Dollar weniger Umsatz im laufenden Quartal machen, hieß es. Beim Prozessorhersteller Intel galt es als Belastung, dass der Umsatz zusammen mit dem schrumpfenden PC-Markt sinkt.

Auch außerhalb des Tech-Sektors gab es am Freitag nach Quartalsberichten vermehrt negative Kursreaktionen. Die Aktien des Ölkonzerns Chevron wurden trotz der anziehenden Ölpreise 3,2 Prozent tiefer gehandelt. Beim Wettbewerber ExxonMobil stand ein Minus von 2,2 Prozent zu Buche.

Anteilsscheine von Tesla verlieren

Bei Colgate-Palmolive gab es einen Kursabschlag von mehr als 5 Prozent. Hohe Rohstoff- und Transportkosten hatten dem Konsumgüterhersteller im ersten Quartal schwer zu schaffen gemacht. Die im Dow notierten Honeywell-Aktien waren mit einem Anstieg um 1,9 Prozent eine positive Ausnahme nach einem erhöhten Umsatz- und Gewinnausblick.

Die Anteilscheine von Tesla verloren letztlich 0,8 Prozent, nachdem Elon Musk - Gründer und Chef des Elektroauto-Herstellers - mitgeteilt hatte, er plane keine weiteren Verkäufe von Tesla-Aktien. Musk hatte sich in der abgelaufenen Woche von Tesla-Aktien im Wert von 8,4 Milliarden US-Dollar getrennt. Im Herbst hatte der reichste Mann der Welt bereits Tesla-Papiere für mehr als 16 Milliarden Dollar veräußert. Musk hatte jüngst angekündigt, den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen zu wollen und hatte dafür Finanzierungszusagen über 46,5 Milliarden Dollar vorgelegt.

Nach der jüngsten Talfahrt legte der Euro im US-Handel weiter zu und kostete zuletzt 1,0547 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0540 (Donnerstag 1,0485) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9487 (0,9537) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen setzten ihre jüngste Talfahrt fort. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel zuletzt um 0,37 Prozent auf 118,92 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg auf 2,92 Prozent.

© dpa

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