Pilotenstreik bei Lufthansa noch im Sommer möglich

Die Verhandlungen sind vorerst festgefahren. Die Vereinigung Cockpit könnte möglicherweise noch in der Ferienzeit zum Streik aufrufen. Doch beide Seiten zeigen sich noch gesprächsbereit.
Maschinen der Lufthansa stehen auf dem Flughafen "Franz Josef Strauß" in München. © Nicolas Armer/dpa

Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten noch im Sommer möglich. Der Vorstand der Gewerkschaft «Vereinigung Cockpit» hat zur Vorbereitung eines Arbeitskampfes die entsprechende Urabstimmung beschlossen, wie ein Sprecher in Frankfurt bestätigt. Die Abstimmung hat bereits begonnen und soll am 31. Juli beendet werden, wie die VC auf Anfrage bestätigt. Über den Termin hatte zunächst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet.

Bei einer Zustimmung von 70 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder wären demnach unbefristete Streiks möglich, wenn zuvor die noch laufenden Verhandlungen für gescheitert erklärt würden. Insidern zufolge könnte die Gewerkschaft bereits ab Mitte August und damit noch in der Ferienzeit streikbereit sein. Auch der September war in den Vorjahren meist ein besonders verkehrsreicher Monat, so dass ein Streik das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt empfindlich treffen würde.

Verhandlungen festgefahren

Lufthansa wie VC hatten am Mittwoch aber ihre weitere Verhandlungsbereitschaft erklärt. Grund für die Streikvorbereitungen der VC sind die nach sechs Gesprächsrunden festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag, wie aus einem internen Rundschreiben hervorgeht. Dem Schreiben zufolge hat Lufthansa bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die VC verlangt nach eigenen Angaben unter anderem Gehaltssteigerungen von 5 Prozent im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr. Sie hatte den vorherigen Tarifvertrag zum 30. Juni gekündigt.

Im Hintergrund schwelt zudem ein Konflikt über die künftige Konzernstrategie. Die VC hatte sich in der Vergangenheit die exakte Zahl von 325 Flugzeugen garantieren lassen, die ausschließlich von den rund 5000 Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden dürfen, die dem Konzerntarifvertrag unterliegen. Die Lufthansa hatte unter dem Eindruck der Corona-Krise die entsprechende Vereinbarung aufgekündigt und begonnen, unter dem Kranich-Logo einen neuen Flugbetrieb (AOC) mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline soll im Europa-Verkehr wesentliche Aufgaben der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen.

© dpa
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