Lokführer in Großbritannien im Streik - viele Zugausfälle

Die Zugführer in Großbritannien streiken und fordern mehr Geld. Allerdings müsste die Regierung aktiv werden, weil ohne ihre Zustimmung keine angemessenen Angebote gemacht werden können.
Mitglieder der Lokführergewerkschaft Aslef (Associated Society of Locomotive Engineers and Firemen) streiken vor der Paddington Station. © Vuk Valcic/ZUMA Press Wire/dpa

Wegen eines Streiks mehrerer Tausend Lokführer müssen sich Zugreisende in Großbritannien an diesem Samstag auf zahlreiche Ausfälle und Störungen einstellen. Mehrere Zugbetreiber strichen ihre Fahrpläne komplett, andere boten nur einzelne Verbindungen an. Erst im Laufe des Sonntags sollte sich die Lage normalisieren.

Die Bahn ist in Großbritannien seit den 90er Jahren weitgehend privatisiert, die privaten Betreiber müssen sich jedoch an gewisse staatliche Vorgaben halten.

Die Zugführergewerkschaft Aslef, die zu dem 24-stündigen Streik am Samstag aufgerufen hat, will in Gesprächen mit den Arbeitgebern höhere Löhne erzielen und fordert von der britischen Regierung, tätig zu werden. Die Zugunternehmen könnten ohne Zustimmung der Regierung keine angemessenen Lohnerhöhungen anbieten. Ein Sprecher des britischen Verkehrsministeriums rief jedoch lediglich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf, sich einig zu werden, damit Passagiere störungsfrei reisen könnten.

Umsätze in Pandemie eingebrochen

Der Vertreter der Arbeitnehmerseite, Steve Montgomery von der Rail Delivery Group, sagte der BBC, man sei zu Lohnerhöhungen bereit, allerdings seien die Umsätze während der Pandemie eingebrochen. Es seien Reformen notwendig.

Auch andere Beschäftigte der Bahnunternehmen haben in diesem Sommer bereits mehrfach gestreikt und wollen dies in der kommenden Woche auch wieder tun.

Der Generalsekretär der Aslef, Mick Whelan, sprach von einem «Sommer der Solidarität», in der alle der Regierung ihre Anliegen mitteilten. In der regierenden Tory-Partei und in einigen Medien war zuvor wegen der vielen Streiks in etlichen Branchen von einem «Sommer der Unzufriedenheit» oder «Sommer der Störungen» die Rede gewesen. Die Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Premiers Boris Johnson wollen die Streikrechte deutlich einschränken.

© dpa
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