Spritpreis: Leichter Rückgang bei E10 - Diesel erneut teurer

10.06.2022 Erstmals seit der Steuersenkung gibt der Preis für Superbenzin wieder ein Stück weit nach. Bei Diesel ist dagegen immer weniger von der Entlastung übrig.

Von den Steuersenkungen spüren die Verbraucher an den Zapfsäulen bisher wenig. Vor allem Diesel wird stetig teurer. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Preisanstieg bei Superbenzin ist vorerst gestoppt. Die Sorte E10 verbilligte sich binnen eines Tages um 0,6 Cent, wie der ADAC am Freitag mitteilte.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags kostete sie 1,942 Euro pro Liter. Es war der erste Rückgang seit der Entlastung durch die Steuersenkung vergangene Woche. Von Dienstag auf Mittwoch hatte der Preis schon stagniert. Diesel verteuerte sich dagegen weiter: Am Donnerstag kostete der Kraftstoff 2,012 Euro pro Liter. Das sind 0,5 Cent mehr als am Mittwoch.

Diesel nur noch 3,2 Cent billiger

Beide Kraftstoffe haben sich nach einem Preisrückgang infolge der Steuersenkung am Mittwoch vergangener Woche wieder deutlich verteuert. Ein Liter Diesel ist inzwischen nur noch 3,2 Cent billiger als am Tag vor der Absenkung der Steuer um 16,7 Cent. Bei Super E10 sind es 20,9 Cent - bei einer Steuersenkung um 35,2 Cent.

«Wenn man die Steuersenkung herausrechnet, ist der Preis an der Tankstelle seit Ende Mai stärker gestiegen als der Rohölpreis. Das wirft natürlich Fragen auf», sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Vergangenes Jahr und bis Februar 2022 sei Super E5 ohne Steuern nie mehr als 40 Cent teurer gewesen als Rohöl. Seither sei der Unterschied gewachsen und ab dem 27. Mai auf nun etwa 60 Cent angestiegen. «Dieser größer gewordene Abstand macht deutlich, warum wir uns eingehender mit der Raffinerieebene befassen müssen.»

Auch in Großbritannien hohe Spritpreise

Auch in Großbritannien steigen die Spritpreise trotz einer Steuersenkung weiter stark. An Autobahnraststätten mussten erstmals überhaupt mehr als 2 Pfund (2,35 Euro) für einen Liter Diesel gezahlt werden, wie der Royal Automobile Club, das britische Pendant zum ADAC, mitteilte. Erst vor wenigen Wochen hatte Finanzminister Rishi Sunak die Treibstoffsteuer um 5 Pence gesenkt. Nun fordert die Autofahrerlobby weitere deutliche Nachlässe.

© dpa

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